Vorsorge

Neuer Leitfaden: Versorgung bei Stromausfall soll verbessert werden

Bei einem länger andauernden Stromausfall könnte in Deutschland der Treibstoff knapp werden. Das liegt laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nicht an einem Mangel an Vorräten, sondern an der Verteilung im Lande. Die Behörde hat deshalb einen neuen Leitfaden erarbeitet.

15.12.2017, 10:46 Uhr (Quelle: DPA)
Straßenlampe© misklsn / Fotolia.com

Berlin - Deutschland ist nicht ausreichend auf einen flächendeckenden, lang anhaltenden Stromausfall eingestellt. Vor allem die Versorgung von Einsatzfahrzeugen und wichtigen Notstromaggregaten mit Treibstoff ist bislang nicht gesichert. Zur Behebung dieses Problems hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen Leitfaden erarbeitet, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Treibstoffversorgung sei der Schlüssel zur Bewältigung eines großflächigen Blackouts, sagte BBK-Präsident Christoph Unger. Nach spätestens 72 Stunden sind nämlich auch Notstromaggregate auf frischen Diesel angewiesen.

Leitfaden: Treibstoff muss besser verteilt werden

Deutschland hat Treibstoffvorräte für 90 Tage eingelagert. Es gibt also "kein Mengenproblem", wie Unger beteuert, aber "ein Verteilungsproblem" - denn die Tanklager benötigen ebenfalls Strom. Sie verfügen zwar über Notstromaggregate, doch diese werden vorwiegend für den Brandschutz benötigt. Für Dinge wie das Abpumpen von Treibstoff stehen sie hingegen meist nicht zur Verfügung.

Deshalb rät der neue Leitfaden unter anderem zur Einrichtung spezieller Schwerpunkt-Tanklager, die auf solche Notfälle eingerichtet sind. Für die Umsetzung der Empfehlungen sind allerdings die Bundesländer und die Landkreise verantwortlich.

Lang andauernder Stromausfall: Wie wahrscheinlich ist das?

Ein tagelanger Stromausfall in Deutschland sei "unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich", warnte Unger. Er verwies auf das Jahr 2005, als im Münsterland mehr als 80 Strommasten unter der Last der Schneemassen eingeknickt waren. Damals mussten bis zu 250.000 Menschen tagelang ohne Elektrizität auskommen.