Gebäudeenergiegesetz

Neue Vorschriften für Energieausweise ab Mai 2021

Energieausweise informieren Käufer und Mieter künftig auch über den CO2-Ausstoß eines Gebäudes. Die Angaben werden wegen des neuen Gebäudeenergiegesetzes zur Pflicht. Ein Energieausweis muss Käufern und Mietern bei einer Wohnungsbesichtigung vorgelegt werden.

Diana Schellhas, 19.01.2021, 16:09 Uhr
EnergiesparhausBedarfsausweise eigenen sich besser, um den energetischen Zustand von Ein- und Zweifamilienhäusern transparent darzustellen, sagen die Berater von Zukunft Altbau.© DigitalGenetics / Fotolia.com

Ab 1. Mai 2021 gelten neue Regeln für Energieausweise von bestehenden Wohngebäuden. So wird künftig die Höhe der Treibhausgas-Emissionen in den Energieausweis aufgenommen. Relevant werden die Änderungen in diesem Jahr für Energieausweise, die 2011 ausgestellt wurden. Da Energieausweise nur zehn Jahre gültig sind, müssen Eigentümer sie unter Umständen erneuern lassen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Neue Regeln für Energieausweise durch das Gebäudeenergiegesetz

Neue gesetzliche Grundlage für die neuen Informationen im Energieausweis ist das am 1. November 2020 in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG). Davor waren die Vorschriften für Energieausweise in der Energieeinsparverordnung EnEV festgelegt. Bei den Neuerungen für bestehende Gebäude sieht das GEG eine Übergangsfrist bis 30. April 2021 vor. Erst danach kommen die zusätzlichen Regeln für Energieausweise zum Tragen.

„Mit der neuen Vorschrift enthält der Energieausweis künftig Informationen, die den CO2-Fußabdruck deutlicher darstellen, erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Die Emissionen würden aus dem Primärenergiebedarf oder -verbrauch des Gebäudes berechnet.

Energieverbrauchsausweis und Energiebedarfsausweis

Hauseigentümer haben in der Regel die Wahl zwischen einem Energieverbrauchsausweis und einem Energiebedarfsausweis, erklären die Berater weiter. "Beim Bedarfsausweis zeigt eine Skala von grün bis rot den berechneten Energiebedarf des Gebäudes anhand des baulichen Zustandes und der Heiztechnik", so Hettler. "Der Verbrauchsausweis präsentiert in denselben Farben den durchschnittlichen Heizenergieverbrauch der vergangenen drei Jahre." Modernisierungsempfehlungen seien Bestandteil beider Energieausweise. Vielen Eigentümern ist unklar, welchen Energieausweis sie beauftragen sollen.

Für Käufer und Mieter von Ein- oder Zweifamilienhäusern sei der Bedarfsausweis teilweise Pflicht, in jedem Fall aber besser geeignet. "Er macht den energetischen Zustand des Gebäudes transparent und weist so auf Kostenfallen hin. Der Verbrauchsausweis zeigt, wie stark die Vornutzer die Heizung aufgedreht haben und damit, wie viel CO2 tatsächlich ausgestoßen wurde. Das Verbrauchsprofil ist für die nachfolgenden Bewohner jedoch nicht immer aussagekräftig.“ Bei Mehrfamilienhäusern mit zahlreichen Wohnungen sei das anders. Ein Durchschnitt der Verbrauchswerte unterschiedlicher Bewohner hätte genügend Aussagekraft. Deshalb würden hier eher Verbrauchsausweise eingesetzt.

Weitere neue Regeln für Energieverbrauchsausweise

Weitere Änderungen beträfen die Verbrauchsausweise. Eigentümer müssten wie bisher nur bei den Bedarfsausweisen vorgeschrieben die energetische Qualität des Gebäudes detailliert angeben, inklusive inspektionspflichtiger Klimaanlagen. Auch das Fälligkeitsdatum der nächsten Untersuchung müsse festgehalten werden. Aussteller der Verbrauchsausweise müssten zudem künftig die bestehenden Gebäude vor Ort in Augenschein nehmen oder anhand geeigneter Fotos bewerten, um passende Maßnahmen zur Modernisierung zu empfehlen.

Die Pflicht, bei der Vermietung, Verpachtung oder dem Verkauf eines Wohngebäudes einen Energieausweis vorzulegen, gelte in Zukunft auch explizit für Immobilienmakler, nicht nur für die Eigentümer. Die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen bleibe unverändert erhalten.