Kommunales Projekt

Neue solare Mieterstromanlage im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Bei einem neuen Mieterstromprojekt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz arbeiten Gemeinde und Energiedienstleister zusammen. Auf einem frisch sanierten Dach entsteht eine Solaranlage, die 70 Wohnungen mit Solarstrom versorgen soll.

16.07.2020, 11:20 Uhr
Photovoltaik VergleichFür die Mieterstromanlage In Neupetershain wurden 318 Solarmodule verbaut.© Sébastien SALORT / Fotolai.com

In Neupetershain im Landkreis Oberspreewald-Lausitz entsteht eine neue solare Mieterstromanlage für die Gemeinde, von der in Zukunft über 70 Mietparteien Strom beziehen können. Das Projekt wurde vom Amt Altdöbern und der Gemeinde Neupetershain initiiert und vom Mieterstromanbieter Solarimo umgesetzt.

Mieterstromanlage soll Stromkosten senken und CO2 einsparen

Die 108 kWp starke Solaranlage in Neupetershain wird jährlich 61,5 Tonnen CO2 im Vergleich zum normalen deutschen Strommix einsparen, erklärt die Solarimo GmbH. Das sei vergleichbar mit 308 Flügen von Berlin nach Paris oder 5.000 Bäumen, die CO2 aus der Atmosphäre einlagern. Dafür sorgten über 300 Solarmodule, die im ersten Jahr voraussichtlich knapp 100 MWh Strom erzeugen sollen. Gleichzeitig könnten die Bewohner, die das freiwillige Solarstromangebot wahrnehmen, 15 Prozent Stromkosten im Vergleich zum Grundversorgertarif einsparen. Auch langfristig bliebe der Solarstrom vom eigenen Dach günstig – denn für den Sonnenstrom entstünden keine Netzentgelte und Stromsteuer. Staatlich garantiert sei das durch das Mieterstromgesetz von 2017.

Dachsanierung vor dem Aufbau der Photovoltaik-Anlage

Im Zuge der Dachsanierung von drei Häusern in der Spremberger Straße entschied sich die Gemeinde Neupetershain, die Dächer direkt mit Photovoltaikanlagen auszustatten und somit eine solare Mieterstromanlage zur Stromerzeugung für Hausstrom und die Wohnungen der Bewohner zu schaffen.

Durch die vorherige Dachsanierung seien die Dächer optimal für eine Photovoltaikanlage zugeschnitten. So hätten die Dachaufbauten wie Sekuranten und Lüftungsauslässe neu platziert werden können, sodass mehr Solarmodule auf dem Dach Platz gefunden hätten. Gleichzeitig seien direkt Ankerpunkte für eine sichere Befestigung der Anlage angebracht worden, die Vorteile für Statik und Windlasten böten.

Das Projekt würde im Contracting-Modell realisiert. Dabei pachtet Solarimo das Dach, baut und betreibt die Anlage und übernimmt den Stromverkauf an die Mieter.