Ankündigung

Netzentgelte sollen für einen Teil der Stromkunden steigen

Die Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Im kommenden Jahr könnte es für viele Verbraucher wieder teurer werden. Die Preissteigerungen sollen aber nur gering ausfallen, im Netz von 50 Hertz etwa sollen Privatkunden drei Euro mehr im Jahr zahlen.

Stromnetz Ausbau© Nikiko / Pixabay.com

Essen - Für einen Teil der Verbraucher in Deutschland könnten die Netzentgelte auf der Stromrechnung im kommenden Jahr steigen. Drei der vier Übertragungsnetzbetreiber haben am Dienstag Erhöhungen angekündigt. Amprion, 50Hertz und Transnet BW wollen die Entgelte anheben. Stabil sollen nach vorläufigen Angaben dagegen die Kosten bei Tennet bleiben, das von Schleswig-Holstein bis Bayern das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland betreibt.

Netzentgelte sollen um bis zu 15 Prozent angehoben werden

Bei Amprion im Westen Deutschlands und Transnet in Baden-Würtemberg sollen die Netzentgelte um etwa 15 Prozent steigen. 50Hertz, das die Übertragungsnetze in Ostdeutschland betreibt, will voraussichtlich 7 Prozent aufschlagen. Das Berliner Unternehmen bezifferte die Mehrkosten für einen Privatkunden auf lediglich 3 Euro pro Jahr.

Netzentgelte machen ein Viertel des Strompreises aus

Die von den Übertragungsnetzbetreibern erhobenen Gebühren sind ein Teil der gesamten Netzentgelte, die knapp ein Viertel des Strompreises für Haushaltskunden ausmachen. Auf die Entgelte für die Höchstspannungsnetze entfallen nach Angaben von Transnet BW rund 5 Prozent des Endpreises.

Netzausbau und Noteingriffe: Darum wird es teurer

Die Übertragungsnetzbetreiber begründeten die Anhebungen mit den Kosten für den nötigen Netzausbau im Zuge der Energiewende. Ein weiterer gewichtiger Posten sind die Kosten für die Noteingriffe, mit denen die Netze bei Transportengpässen stabil gehalten werden. Bei Tennet machen sie etwa 60 Prozent der Kosten aus.

Amprion, 50 Hertz und Transnet BW verweisen zudem darauf, dass die schrittweise Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte bei ihnen zu Erhöhungen führten. Laut Amprion müssen die drei Netzbetreiber Ausgleichszahlungen an Tennet leisten. Die endgültigen Sätze für die Netzentgelte müssen die Übertragungsnetzbetreiber bis zum 31. Dezember veröffentlichen.

Diana Schellhas / Quelle: DPA