Ökostrom

Mitten in der Wüste: Teile der weltgrößten Solaranlage angeschlossen

In Ägypten soll die größte Solaranlage der Welt errichtet werden. Auch deutsche Ingenieure arbeiten an dem Projekt. Die erste Teilanlage nahe der südägyptischen Stadt Assuan ging nun ans Netz. Bereits jetzt handelt es sich dabei um den größten Solarpark des Landes.

14.03.2018, 09:11 Uhr (Quelle: DPA)
Solarenergie© Jörg Lantelme / Fotolia.com

Kairo - Es soll die größte Solaranlage der Welt werden - und deutsche Ingenieure spielen dabei eine wichtige Rolle: In Ägypten ist der erste Bauabschnitt eines gigantischen Energieprojektes eröffnet worden. "Hier haben wir ideale Sonnenverhältnisse und eine der stärksten Sonneneinstrahlungen der Welt", sagte Anton Milner, Geschäftsführer der deutschen Projektleitungsfirma IB Vogt, am Dienstag nahe der südägyptischen Stadt Assuan. Der Solarpark, der dort in der Wüste steht, soll einmal eine Leistung von 1,86 Gigawatt Strom besitzen.

Teilanlage ist bereits das größte Solarfeld des Landes

Die am Dienstag ans Netz angeschlossene Teilanlage produziert mit 64,1 Megawatt Spitzenleistung zwar nur einen Bruchteil des angepeilten Gesamtvolumens. Sie ist aber mit 200.000 Paneelen, die sich nach dem Sonnenstand richten, und einer Fläche von etwa 50 Fußballfeldern den Angaben zufolge schon das größte Solarfeld des Landes. 20.000 ägyptische Haushalte sollen damit versorgt werden. IB Vogt, die ihren Sitz in Berlin hat, wird drei weitere vergleichbare Felder bauen. Insgesamt soll die Anlage aus 41 Feldern bestehen.

Ägypten will Ökostrom-Anteil ausbauen

Für Ägypten, das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt, ist das Megaprojekt Teil einer Strategie, um den Ausbau der erneuerbaren Energien in dem Staat voranzutreiben. Kairo plant, den Anteil am Strom bis 2022 auf 20 Prozent zu erhöhen. Die Bedingungen für Sonnenenergie sind zwar wegen der intensiven Einstrahlung gut. Allerdings gilt der Wüstensand als Problem, da er sich auf den Paneelen ablagert. Auf Regen, der ihn runterwaschen könnte, ist in der Region mit Sommertemperaturen von bis zu 50 Grad nicht zu hoffen.

Solartechnik ist in den vergangenen Jahren vor allem durch günstige Anbieter aus China auch für das klamme nordafrikanische Land deutlich erschwinglicher geworden - auch die Zellen in der Wüste bei Assuan stammen aus Fernost.