Mehr Ökostrom

Mitnetz Strom erzielt neue Höchstwerte bei erneuerbaren Energien

Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom berichtet von neuen Rekordwerten bei den im eigenen Netzgebiet produzierten Ökostrommengen. Demnach gibt es mehr Ökostromanlagen denn je zuvor und auch bei der installierten Leistung wurden neue Höchstwerte erreicht.

Diana Schellhas, 01.03.2021, 11:31 Uhr
windradDie Zahl der Ökostromanlagen im Netzgebiet von Mitnetz Strom ist Unternehmensangaben zufolge um 8,5 Prozent gestiegen.© elxeneize/ Fotolia.com

Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz Strom) meldet neue Rekordwerte bei den erneuerbaren Energien im eigenen Netzgebiet. Das betrifft sowohl die Anlagenzahl als auch die installierte Leistung. Das Netzgebiet des enviaM-Verteilnetzbetreibers erstreckt sich über Teile von Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Zahl der Ökostromanlagen hat sich seit 2008 verdreifacht

Nach Angaben des Unternehmens nahm die Zahl der Anlagen um 8,5 Prozent auf 53.353 (2019: 48.799) zu. Die installierte Leistung erhöhte sich um rund 3,2 Prozent auf 9.597 Megawatt (2019: 9.289 Megawatt). So habe sich diese seit 2008 verdreifacht. Zum Vergleich: Die Netzhöchstlast im Netzgebiet läge bei rund 3.300 Megawatt. Der Anteil erneuerbarer Energien am Letztverbraucherabsatz läge inzwischen bei 122 Prozent. (2019: 112).

Strom aus Erneuerbaren reicht für rund 6 Millionen Haushalte

Die Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien sei 2020 um rund 4 Prozent auf 15,2 Milliarden Kilowattstunden gestiegen (2019: 14,5 Milliarden Kilowattstunden). Dies entspräche dem Stromverbrauch von rund 6 Millionen Haushalten in Ostdeutschland pro Jahr. Die erneuerbare Energiequelle mit dem höchsten Anteil an installierter Leistung im Netzgebiet der Verteilnetzbetreibers sei unverändert die Windenergie, gefolgt von Solarenergie, Biomasse, Wasserkraft und Deponiegas.

Forschung für modernere Stromnetze

"Es bleibt eine Herausforderung, der volatilen Einspeisung erneuerbarer Energien und dem steigenden Anteil flexibler Verbraucher gerecht zu werden. Wir arbeiten deshalb in rund 15 Forschungsprojekten unter anderen mit Hochschulen und Kooperationspartnern, um technische Lösungen zu untersuchen. Ziel ist es, das Stromnetz zu entlasten, optimal auszulasten und weiterhin eine sichere Stromversorgung sicherzustellen", sagt Dirk Sattur, technischer Geschäftsführer der Mitnetz Strom.

Ein Beispiel sei das europäische Förderprojekt EU-SysFlex, welches Eon und Mitnetz Strom gemeinsam mit 33 Partnern seit 2017 durchführen. Das Projekt beschäftige sich mit der Nutzung von Flexibilitäten aus dem Verteilnetz, um Europas zuverlässige Stromversorgung auch zukünftig zu erhalten. Die Projektpartner beschrieben und testeten notwendige Datenaustauschprozesse und Datenpfade, sammelten Daten zu Wetter- und Lastvorhersagen und verknüpften diese mit den Netzdaten, um Netzengpässe vorherzusehen und besser planen zu können.