Thüringen

Mehrere Tausende protestieren gegen Südlink-Trasse

Die Südlink-Trasse gilt als "Hauptschlagader" der Energiewende. Mit ihr soll der Ökostrom aus dem Norden des Landes in den Süden geleitet werden. Der Streckenverlauf sorgt immer wieder für Ärger. Am Wochenende bildeten mehrere Tausende in Fambach eine Menschenkette.

02.05.2017, 14:02 Uhr (Quelle: DPA)
Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Fambach - Mit einer Menschenkette haben am Sonntag in Fambach (Kreis Schmalkalden-Meiningen) mehrere tausend Menschen gegen den geplanten Bau der umstrittenen Stromtrasse Südlink protestiert.

Bürgermeister Jürgen Herrmann (SPD) sprach von mehr als 3.000 Teilnehmern. "Wir sind sehr, sehr zufrieden mit der Resonanz. Wir haben ja keine Lobby und keine Stimme in der großen Politik".

Ein Kilometer lange Menschenkette

Nach einer Kundgebung in dem 2.100-Einwohner-Ort hätten sich die Demonstranten am Nachmittag zu einer gut einen Kilometer langen Kette entlang der alten Streckenführung der B19 die Hände gereicht. "Wir stehen hier nicht nur für Fambach, sondern für alle Betroffenen im Thüringer Wald, im Werratal und im Rhöntal", sagte Herrmann. "Wenn Massen mobilisiert werden, kann man etwas bewegen."

Südlink-Trasse wird die "Hauptschlagader" der Energiewende

Die vom Netzbetreiber Tennet bevorzugte Variante für eine neue Stromtrasse durch Nord- und Westthüringen ist im Freistaat parteiübergreifend auf heftige Kritik gestoßen. Die 800 Kilometer lange Südlink-Trasse soll die "Hauptschlagader" der Energiewende werden. Damit werde Thüringen zum "Lastenesel" der Energiepolitik, hieß es. Der Vorschlagskorridor führt unter anderem durch die Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Eichsfeld sowie den Wartburgkreis.