Mecklenburg-Vorpommern

Mehr Schutz vor Terrorangriffen: Neues Atomlager in Lubmin geplant

Alle Atomlager in Deutschland sollten auf Anweisung des Bundesamtes für Strahlenschutz nach den Terroranschlägen in Europa und den USA ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. In Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern soll deshalb eine neue Anlage gebaut werden.

AtomstromDas neue Atomlager soll ab 2024 Castoren aufnehmen können.© dasglasauge / Fotolia.com

Lubmin - Als Schutz vor Terrorangriffen plant das bundeseigene Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) im mecklenburg-vorpommerschen Lubmin ein neues Atomlager für die im Zwischenlager Nord deponierten 74 Castoren mit hoch radioaktivem Abfall zu errichten. Das sei Ergebnis einer mehrjährigen Optionenprüfung infolge der veränderten Sicherheitsbewertung, sagte EWN-Geschäftsführer Henry Cordes am Mittwoch in Lubmin.

Anzahl der Castoren in Lubmin soll unverändert bleiben

Als freistehendes Ersatzlager soll der Bau die in Lubmin eingelagerten Behälter voraussichtlich ab Ende 2024 aufnehmen. Mittel- und schwachradioaktiver Abfall werde weiter im Zwischenlager Nord verwahrt. "Durch den Bau eines Ersatzlagers für die Halle 8 ergeben sich radiologisch am Standort Lubmin keine Veränderungen", sagte Cordes. Unverändert bleibe neben der Anzahl der Castoren auch die Befristung der Aufbewahrungsdauer für die Castoren bis 2039.

Schärfere Sicherheitsmaßnahmen nach den Terroranschlägen

Nach Terroranschlägen den USA sowie in Europa, der Bewertung von Täterprofilen und Waffensystemen waren im Frühjahr 2011 alle Betreiber von Atom-Zwischenlagern vom Bundesamt für Strahlenschutz aufgefordert worden, ihre Sicherungsmaßnahmen zu verschärfen.

"Die heutige EWN-Entscheidung ist längst überfällig", begrüßte die Atomexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl, die EWN-Ankündigung. Die geplante Inbetriebnahme im Jahr 2024 sei aber zu spät. EWN und der Bund als Gesellschafter müssten für eine deutliche Beschleunigung sorgen.

"Wir erfüllen alle Sicherheitsanforderungen", betonte EWN-Chef Cordes. Seit der veränderten Bewertung der Sicherheitslage werde das Zwischenlager durch temporäre Maßnahmen - wie einen verstärkten Wachschutz und technische Nachrüstungen - gegen Terrorangriffe geschützt.

Rückbau und Abriss der radioaktiv belasteten Areale

Bis Ende der 2020-er Jahre soll der Rückbau der radioaktiv belasteten Areale abgeschlossen sein, danach beginne der Abriss. Die Demontage der Kraftwerke in Lubmin und Rheinsberg kostet nach Angaben des EWN rund 6,6 Milliarden Euro.

Quelle: DPA