Ladeinfrastruktur

Mehr Schnellladesäulen: Startschuss für Ausschreibung gefallen

Nur zehn Minuten bis zur nächsten Schnellladesäule: Damit der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos weiter Fahrt aufnimmt, wurde ein neues Ausschreibungsprogramm ins Leben gerufen. Der Bund fördert das Programm mit rund zwei Milliarden Euro.

Diana Schellhas, 16.08.2021, 17:12 Uhr (Quelle: DPA)
Elektroauto© Ben Chams / Fotolia.com

Um die Elektromobilität in Deutschland anzukurbeln, sollen bundesweit 1.000 neue Schnellladestandorte mit mehreren Ladepunkten entstehen. Den Startschuss für das neue Ausschreibungsprogramm, das im September beginnen soll, gab am Montag Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Scheuer: Nächste Schnellladesäule muss in zehn Minuten erreichbar sein

Das ausgeschriebene Schnellladesystem - auch "Deutschlandnetz" genannt - solle zum "Game Changer" für mehr Elektroautos auf deutschen Straßen werden, erklärte der Minister. "Die nächste Schnellladesäule muss in zehn Minuten erreichbar sein", gab Scheuer als Ziel an.

Der Bund fördert das Programm mit rund zwei Milliarden Euro. Die Koordination übernimmt die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur.

Preisobergrenze: 44 Cent pro Kilowattstunde

Die geplanten Schnellladepunkte sollen das Fahren mit dem Elektroauto alltagstauglicher machen. Mit einer Mindestleistungsfähigkeit von 200 Kilowatt sollen sie das Aufladen von Strom für mehrere hundert Kilometer ermöglichen.

Pro Ladepunkt wird eine Preisobergrenze von 44 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Das Fahren mit dem Elektroauto werde so nicht teurer als mit dem Benzin- oder Dieselfahrzeug, erklärte Scheuer. Ein Dieselpreis von 1,35 Euro entspreche einem Preis von 45 Cent pro Kilowattstunde für den Strom am Ladepunkt.

Ausschreibung startet am 15. September

Die Ausschreibung, die am 15. September startet, richtet sich an regionale Betreiberfirmen und kleine und mittelständische Unternehmen. Die Bieter müssen innerhalb von 900 sogenannten Suchräumen, also möglichen Gebieten für Ladepunkte, potenzielle Standorte einreichen. Über eine weitere Ausschreibung sollen rund 200 Ladestandorte auf Parkplätzen von Bundesautobahnen entstehen.

Energiekonzern Eon kündigt Beteiligungen an

Der Konzern Eon kündigte bereits an, sich an verschiedenen Projekten beteiligen zu wollen. Zugleich forderte Eon zusätzliche öffentliche Investitionen ins Ladenetz und eine schnelle Umsetzung der geplanten Maßnahmen.