Stromrechnung

Lichtblick: Netzentgelte seit 2025 um 25 Prozent gestiegen

Die Netzentgelte machen einen großen Teil der Stromrechnung aus. Wie das Energieunternehmen Lichtblick berichtet, sind die Netzkosten für den einzelnen Haushalt im Schnitt um über 25 Prozent gestiegen.

Diana Schellhas, 12.10.2020, 12:20 Uhr
StromvergleichIn Teilen von Bayern sind die Netzentgelte in den vergangenen 15 Jahren um 70,5 Prozent gestiegen, berichtet Lichtblick.© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Deutschlands Haushalte zahlen immer mehr Geld für das Stromnetz. Seit 2015 stiegen die Netzentgelte im Durchschnitt um über 25 Prozent, erklärt Stromanbieter Lichtblick. Wer im Jahr 3.000 Kilowattstunden Strom verbrauche, zahle heute 47 Euro mehr für die Netznutzung als vor fünf Jahren. Vergleichsweise sei die EEG-Umlage im gleichen Zeitraum um 9,5 Prozent bzw. 17 Euro pro Jahr gestiegen. Für die Analyse seien alle 880 deutschen Stromnetzbetreiber betrachtet worden.

Netzentgelte machen rund 25 Prozent des Strompreises aus

Die Netzentgelte machen im Schnitt über ein Viertel des Strompreises aus. Sie sind damit einer der größten Kostenblöcke auf der Stromrechnung eines Haushaltes. Mitte Oktober müssen Stadtwerke und Konzerne die neuen Netzentgelte für 2021 bekannt geben. Laut LichtBlick droht in vielen Fällen eine weitere Erhöhung.

Netzentgelte steigen regional unterschiedlich stark

Vom Anstieg der Netzentgelte seien seit 2015 Verbraucher in fast allen Regionen Deutschlands betroffen. Im Stromversorgungsgebiet der Gelsenwasser AG hätten sich die Netzentgelte mehr als verdoppelt, doch auch in Teilen von Bayern (plus 70,5 Prozent) und Sachsen (plus 54,8 Prozent) sowie in Hamburg (plus 44,3 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 44,6 Prozent), Bremen (plus 36,1 Prozent), Stuttgart (plus 30,4 Prozent) seien die Netzentgelte überdurchschnittlich gestiegen.

Lichtblick fordert mehr Preistransparenz

"Die Netzentgelte sind der Preistreiber auf der Stromrechnung. Ihr enormer Anstieg in den letzten fünf Jahren ist gegenüber den Stromkunden nicht zu rechtfertigen," kritisiert Ralf Schmidt-Pleschka, Koordinator Energie- und Klimapolitik bei LichtBlick. "Es braucht dringend mehr Transparenz über die Verwendung der Gelder und eine Reform des viel zu teuren Netzbetriebs." Kritik übt LichtBlick auch am Flickenteppich im deutschen Stromnetz. Von den rund 880 Netzbetreibern versorgten 70 Prozent nicht einmal 30.000 Kunden. Diese Kleinstaaterei treibe die Kosten in die Höhe und bremse die Digitalisierung der Netze. Die Bündelung des Netzbetriebs in 25 regionale Cluster wäre ein entscheidender Schritt hin zu mehr Kosteneffizienz und Innovation im Stromnetz, fordert Schmidt-Pleschka.

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