Nahost

Krise in Gaza: UN zahlen für Strom in Krankenhäusern

Strom ist im Gazastreifen seit Jahren knapp. Die Situation spitzt sich aktuell wieder zu. Erst vor wenigen Tagen war das einzige Kraftwerk in dem Küstenstreifen abgeschaltet worden. Die Vereinten Nationen helfen mit Zahlungen aus, damit die Krankenhäuser weiter betrieben werden können

28.04.2017, 09:51 Uhr (Quelle: DPA)
Geldstapel© Otto Durst / Fotolia.com

Gaza/ Ramallah - Die Energiekrise im Gazastreifen spitzt sich weiter zu. Um die Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, zahlen die Vereinten Nationen rund 460.000 Euro an Krankenhäuser. Damit soll Treibstoff für Stromgeneratoren gekauft werden, wie die UN am Donnerstag mitteilten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza drohe sonst innerhalb von drei Tagen in sieben der 13 Krankenhäuser der Strom auszugehen, schrieben die UN.

Einzige Kraftwerk vor wenigen Tagen abgeschaltet

Im Gazastreifen herrscht seit Jahren Energieknappheit. Vor zehn Tagen war das einzige Kraftwerk in dem Küstenstreifen wegen Treibstoffmangels abgeschaltet worden. Bereits zuvor erhielten die rund zwei Millionen Einwohner nur rund sechs Stunden Strom pro Tag.

Neue Krise im Gazastreifen wegen unbezahlter Rechnungen

Hintergrund der neuen Krise ist ein Streit zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah und der im Gazastreifen herrschenden Hamas über unbezahlte Rechnungen. Die radikalislamische Hamas hatte 2007 die Macht in dem Palästinensergebiet an sich gerissen.

Nach Angaben von Israel vom Donnerstag hat die Palästinensische Autonomiebehörde nun mitgeteilt, die Stromrechnungen für den Gazastreifen an Israel ab sofort nicht weiter zu bezahlen. Die Autonomiebehörde bestätigte dies nicht.

Blockade wird von Israel und Ägypten getragen

Das Kraftwerk lieferte bisher rund 40 Prozent des Stroms. Der Rest kommt über Stromleitungen aus Israel und Ägypten.

Israel hat vor rund zehn Jahren eine Blockade über den Küstenstreifen verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird.