Zukunft

Kostenstudie: Energiewende bringt günstigeren Strom

Wie sieht die Stromversorgung der Zukunft aus? Eine Studie hat untersucht, wie die Kosten unterschiedlicher Stromwelten ausfallen würden. Das Ergebnis: Ein Stromsystem, das auf Erneuerbaren beruht, wäre im Schnitt günstiger als eines, das mit fossilen Brennstoffen funktioniert.

13.01.2017, 14:23 Uhr
Erneuerbare EnergienEiner Studie zufolge führt die Energiewende letztendlich zu einer günstigeren Stromversorgung.© luigi giordano / Fotolia.com

Berlin - Die Energiewende wird bis 2050 nicht nur eine klimafreundliche Stromversorgung bringen, das Stromsystem wird mit der Energiewende wahrscheinlich auch kostengünstiger werden als mit einer Stromversorgung auf Basis von Kohle oder Gas. Demnach werden sich die Kosten für das gesamte Stromsystem auf Basis Erneuerbarer Energien im Jahr etwa 64 Milliarden Euro ausmachen. Die Kosten für ein fossiles Stromsystem liegen im Durchschnitt von zwölf Szenarien bei 67 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die vom Öko-Institut für Agora Energiewende erarbeitet wurde.

Wissenschaftler verglichen mehrere Stromwelten

Die Wissenschaftler um Felix Matthes haben darin 35 Jahre in die Zukunft geblickt und ein Stromsystem, das zu 95 Prozent auf Erneuerbaren Energien basiert, mit mehreren fiktiven Stromsystemen verglichen, in denen von nun an keine Wind-, Solar, Wasserkraft- oder Biomasseanlagen mehr gebaut würden - und die folglich vollständig auf Erdgas und Kohle basieren würden. In den Szenarien wurden die Kosten für Brennstoffe (niedrig/hoch) und die CO2-Preise (niedrig/mittel/hoch) variiert, woraus zwölf Vergleichsszenarien resultierten.

Preisspannen bei den Szenarien

Das Ergebnis dieses Vergleichs ergibt, dass ein zu 95 Prozent auf Erneuerbaren Energien basierendes Stromsystem im Jahr 2050 etwa 63 bis 64 Milliarden Euro kostet - inklusive aller Kosten für Anlagen, Netze und Speicher. Dies entspricht in etwa auch den heutigen Kosten des Stromsystems. Demgegenüber ist ein fossiles Stromsystem im Jahr 2050 in vier Szenarien deutlich teurer (75 bis 88 Milliarden Euro), vier fossile Szenarien kosten etwa ähnlich viel wie das Energiewende-Szenario (59 bis 69 Milliarden Euro) und vier fossile Szenarien sind deutlich billiger (45 bis 54 Milliarden Euro).

Klimaziele werden mit fossilen Stromsystemen nicht erreicht

Eine genauerer Blick auf die Szenarien offenbart, unter welchen Bedingungen im Jahr 2050 eine fossile Stromwelt deutlich billiger wäre als die Energiewende-Welt: Im Fall des Kohlestromsystems gilt dies dann, wenn man die CO2-Kosten sehr niedrig ansetzt (20 Euro pro Tonne CO2) und im Fall einer Gas-Stromwelt nur dann, wenn man niedrige Gaspreise und gleichzeitig niedrige bis mittlere CO2-Kosten erwartet. Zudem wird deutlich, dass in keinem der fossil dominierten Szenarien die Klimaschutzziele erreicht werden. Die CO2-Emissionen im Energiewende-Szenario liegen hingegen nahe Null.

Wie sich die Preise für Kohle, Gas und CO2-Emissionen entwickeln, ist nicht bekannt. Die wahrscheinlicheren Szenarien fossiler Energiesysteme, fallen aber teurer aus als Stromwelten mit erneuerbaren Energien, so die Experten.