Umfrage

KfW Research: Elektroautos werden vor allem auf dem Land genutzt

Elektroautos sind einer Umfrage zufolge verstärkt in ländlichen Regionen vertreten. KfW Research hat rund 4.000 Haushalte in Deutschland zu dem Thema befragt. Dabei ging es auch um die Motive für und wieder einer Anschaffung.

Diana Schellhas, 19.05.2021, 11:12 Uhr
Ladestation ElektroautoBei den Motiven für den Kauf eines Elektroautos überwiegen laut Umfrage die Klimaschutzaspekte.© mmphoto / AdobeStock

Der Bestand an Elektroautos in Deutschland ist nach wie vor gering, entwickelt sich aber dynamisch: Im vergangenen Jahr machten diese Fahrzeuge laut Kraftfahrtbundesamt bereits knapp 14 Prozent aller Neuzulassungen aus – Perspektive weiter steigend. Eine Sonderauswertung des KfW-Energiewendebarometers gibt nähere Einblicke dazu, was und wer hinter diesem Anstieg steht.

1,3 Prozent der Haushalte besitzen ein Elektroauto

Der repräsentativen Befragung von KfW Research zufolge besitzen zurzeit 1,3 Prozent der Haushalte in Deutschland ein batterieelektrisches Auto oder einen Plug-in-Hybrid. Weitere 1,1 Prozent der Haushalte planen demnach die Nutzung binnen eines Jahres.

Haushalte mit überdurchschnittlichen Einkommen nutzten rund dreimal so häufig Elektrofahrzeuge wie unterdurchschnittlich verdienende Haushalte. Ähnliches gelte für Haushalte, die in Ein- oder Zweifamilienhäusern wohnen: Hier seien Elektroautos mehr als doppelt so häufig anzutreffen wie bei Objekten mit mehreren Parteien. Auch das Alter der Personen spiele eine Rolle. Bei jüngeren liege der Anteil etwa doppelt so hoch wie bei älteren Personen. Zudem zeigten sich Unterschiede je nach Wohnsitz des Haushalts. Im ländlichen Raum liege der Anteil rund 50 Prozent höher als in den Mittel- und Großstädten. Dies dürfte zumindest in Teilen auf die Lade- bzw. Stellplatzmöglichkeiten zurückzuführen sein, die auf dem Land in der Regel besser seien als in der Stadt.

Befragte ohne E-Autos: rund 32 Prozent planen keine Anschaffung

Zur Abschätzung der künftigen Nutzung hat KfW Research diejenigen Haushalte gefragt, die noch kein E-Auto nutzen und dies auch nicht binnen eines Jahres planen, ob bzw. wann sie sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden könnten. Etwa die Hälfte von diesen geht davon aus, in der Zukunft ein Elektroauto im Alltag zu nutzen; 6 Prozent bereits in den nächsten 2–3 Jahren, 21 Prozent innerhalb von 4 bis 10 Jahren und weitere 22 Prozent im Zeitraum danach. Etwa ein Drittel (32 Prozent) der Haushalte erwartet keinen Umstieg auf ein Elektroauto. Immerhin rund 15 Prozent sehen der Umfrage zufolge ebenfalls keine Nutzung, kommen allerdings generell ohne Auto aus. Diese Werte bewegen sich insgesamt auf dem Vorjahresniveau, sodass von einer unveränderten Dynamik bei der Nutzung von E-Mobilität ausgegangen werden könne.

Was spricht für und gegen die Anschaffung eines E-Autos

Bei den Motiven für die Anschaffung eines E-Fahrzeugs überwiegen laut Umfrage die Klimaschutzaspekte (78 Prozent) und der innovative Charakter der Technik (62 Prozent). Hauptgründe gegen eine Anschaffung sind neben dem hohen Preis (61 Prozent) vor allem Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität, z. B. mit Blick auf Ladeinfrastruktur (69 Prozent) und Reichweite (54 Prozent). Zweifel an der Umweltbilanz von Elektroautos haben im Zeitverlauf zugenommen und werden inzwischen von fast jedem zweiten Haushalt (48 Prozent in 2020 gegenüber 36 Prozent in 2017) geäußert.