Energiemarkt

Innogy zeigt aktuelle Zahlen – Keine Stellungnahme zur Aufspaltung

Um den Energiekonzern Innogy wird es nicht ruhiger: Vorstandschef Peter Terium wird das Unternehmen verlassen, erst kürzlich wurde der Finanzvorstand bei einem Angriff schwer verletzt und plötzlich teilen RWE und Eon mit, den Konzern unter sich aufteilen zu wollen.

InnogyRWE und Eon hatten am Wochenende angekündigt, die Innogy-Geschäftsfelder unter sich aufteilen zu wollen.© RWE International SE

Essen - Der vor der Zerschlagung stehende Energiekonzern Innogy hält an seinem Investitionskurs fest und will den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Zu den Plänen des Großaktionärs RWE und des Konkurrenten Eon hielt sich Innogy zunächst bedeckt. Man werde dazu "zu gegebener Zeit Stellung nehmen", teilte Vorstandschef Uwe Tigges am Montag bei der Vorlage der Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr. RWE und Eon hatten am Sonntag überraschend mitgeteilt, dass sie die Geschäftsfelder von Innogy unter sich aufteilen wollen.

Das Aus für Innogy?

Eon will dazu in einem ersten Schritt Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. Eon würde das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden sollen. Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy würde damit aufhören zu existieren.

Gewinnprognose: Netto mehr als 1,1 Milliarden Euro

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte Innogy und geht weiter von einem bereinigten Nettogewinn von mehr als 1,1 Milliarden Euro und einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 2,7 Milliarden Euro aus. Im Bereich erneuerbare Energien rechnet Innogy mit einem stagnierenden Ergebnis.

Innogy bleibt bei bisheriger Wachstumsstrategie

Ungeachtet der Turbulenzen hinsichtlich der eigenen Zukunft hält Innogy an seiner Wachstumsstrategie fest: Bis 2020 will der Konzern netto 2,0 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro jährlich investieren. Schwerpunkt sollen die drei Kernbereiche des Unternehmens sein. Innogy will zeitgleich bis 2020 brutto 400 Millionen Euro sparen.

Innogy-Ergebnisse 2017

Für 2017 erreichte Innogy seine im Dezember gesenkte Prognose. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg leicht um 3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Dazu trug das Netzgeschäft mit rund 1,9 Milliarden Euro den Löwenanteil bei. Das Nettoergebnis wurde mit 778 Millionen Euro nahezu halbiert - unter anderem wegen Abschreibungen auf das britische Vertriebsgeschäft. Bereinigt stieg das Nettoergebnis um 9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die Dividende bleibt mit 1,60 Euro je Aktie unverändert.

Innogy war zuletzt schwer gebeutelt. Nach der Gewinnwarnung und einem Kursverlust an der Börse räumte Vorstandschef Peter Terium im vergangenen Dezember seinen Posten. Seitdem führt Personalvorstand Uwe Tigges kommissarisch den Vorstand. Finanzvorstand Bernhard Günther war vor einigen Tagen Opfer einer Säureattacke geworden. Er erlitt schwere Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

Verbraucherschützer zu den Auswirkungen für Kunden

Die Pläne für eine Neuordnung ihrer Geschäfte dürften nach Einschätzung von Verbraucherschützern keine Nachteile für die Kunden bringen. "Die Alternativen und der Wettbewerb sind groß genug", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. Die großen Stromanbieter hätten nicht mehr die Marktmacht vergangener Jahre. Wenn Eon das Endkundengeschäft der RWE-Tochter Innogy übernehme, könne das auch eine Chance für die Stadtwerke sein.

Quelle: DPA