UN-Klimabericht

Industrie-Emissionen wieder auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie

Fabriken und Kraftwerke weltweit stoßen laut dem UN-Klimabericht wieder mindestens so viel CO2 aus wie 2019, also vor dem Beginn der Corona-Krise. Der Anteil von Treibhausgasen in der Atmosphäre steigt weiter.

16.09.2021, 12:18 Uhr (Quelle: DPA)
CO2-Ausstoß© ollirg / Fotolia.com

Von einer Klimawende ist die Weltwirtschaft bei ihrer Rückkehr aus dem Corona-Tief nach einem UN-Bericht weit entfernt. Zwischen Januar und Juli stießen Fabriken und Kraftwerke weltweit mindestens so viel klimaschädliches CO2 aus fossilen Quellen aus wie im vergleichbaren Zeitraum 2019, also vor der Pandemie. Der Rückgang während der ersten Covid-19-Phase 2020 sei nur ein "kurzer Aussetzer" gewesen, heißt es in in einem Bericht von Weltwetterorganisation (WMO), Weltklimarat (IPCC) und anderen Organisationen.

Weltwetterorganisation: Gehen 2021 nicht in die richtige Richtung

Der pandemiebedingte Einbruch wurde vielfach von Rufen begleitet, die Weltwirtschaft nachhaltiger wieder aufzubauen. "Dieser Bericht zeigt, dass wir 2021 bislang nicht in die richtige Richtung gehen", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag in Genf. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte mit Blick auf die Bemühungen, den globalen Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad zu halten: "Wir sind noch immer weit vom Plan entfernt, die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen."

Taalas zufolge sind auch die Überflutungen in Deutschland im Sommer auf den Klimawandel zurückzuführen. Solche Ereignisse fänden nun nicht mehr alle 100 Jahre statt, sondern alle 20 Jahre. Der Diplomat lobte das Interesse vieler Länder, den Klimawandel zu bekämpfen, forderte aber schnelleres Handeln. "Wenn wir beim Klimaschutz scheitern, hätten wir ein permanentes Problem für zumindest Hunderte, wenn nicht Tausende Jahre".

Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre nimmt weiter zu

Die CO2-Emissionen aus dem Straßenverkehr liegen dieses Jahr noch unter den Werten vor Beginn der Pandemie. Die Konzentration an Treibhausgasen, die zur Erderwärmung beitragen, nahm jedoch dem Bericht zufolge voriges Jahr und in der ersten Jahreshälfte 2021 in der Atmosphäre weiter zu.

Nach UN-Angaben war die Erde in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 1,06 bis 1,26 Grad wärmer als im vorindustriellen Zeitalter im späten 19. Jahrhundert. Bis 2025 könnte der Wert auf bis zu 1,8 Grad klettern. Selbst bei Erreichen der Klimaziele könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2300 zwischen 0,3 und 3,1 Meter ansteigen.