Studie

Heimspeicher steigern CO2-Einsparungen der Photovoltaikanlage deutlich

Mit einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach können CO2-Emmissionen deutlich reduziert werden. Einer Studie zufolge sind hier mit der Kombination aus Solaranlage und Speicher Einsparungen von bis zu 85 Prozent möglich. Der Speicher ist demnach dabei der Knackpunkt.

Diana Schellhas, 24.02.2021, 10:56 Uhr
Solaranlage HausdachEUPD Research zufolge steigt der Stromverbrauch bei Einsatz von Elektroauto und Wärmepumpe auf etwa 10.000 kWh jährlich.© anweber / Fotolia.com

Mit Solarstrom der eigenen Photovoltaikanlage können private Haushalte nicht nur Stromkosten einsparen, sondern auch aktiv zur CO2-Reduktion beitragen. Einer Studie zufolge kann mit einer Kombination von Solarstromanlage und Heimspeicher eine CO2-Reduktion von bis zu 85 Prozent gegenüber alleinigem Netzbezug erreicht werden. In betreffendem Studienprojekt untersucht das Bonner Beratungsunternehmens EUPD Research im Auftrag des Heimspeicherspezialisten E3/DC, wie sich die Energieerzeugung in Gebäuden in Abhängigkeit von zukünftigen Anforderungen an den wachsenden Energiebedarf entwickeln könnte.

Wie viel CO2 können Haushalte mit einer PV-Anlage einsparen?

In einem durchschnittlichen privaten Haushalt mit 4.500 Kilowattstunden (kWh) Jahresstromverbrauch vermindert bereits die Nutzung des selbst erzeugten Stroms einer 7,5 Kilowattpeak (kWp) Solaranlage die CO2-Emissionen des Strombezuges um 45 Prozent – ohne Berücksichtigung der Einspeisung von Solarstromüberschüssen, berichten die Studienautoren. Würde die Photovoltaikanlage um einen Heimspeicher mit 8 kWh Nettokapazität ergänzt, so verdoppelten sich die Einsparungen des Treibhausgases nahezu. Eine größere Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 10 kWp in Kombination mit einem Heimspeicher mit 12 kWh Kapazität erreiche in diesem Verbrauchsprofil sogar 85 Prozent CO2-Minderung.

Studie: Stromverbrauch steigt durch E-Autos und Co.

Der Umstieg auf Wärmepumpen und Elektroautos, also die Elektrifizierung von Wärmeerzeugung und Mobilität insgesamt gelten als wesentliche Elemente der Energiewende. Dadurch steigt aber auch der Stromverbrauch erheblich an. Dies bedeutet für den Durchschnittshaushalt mit Wärmepumpe einen Anstieg des Stromverbrauches auf 8.300 kWh, erklären die Studienautoren weiter. Im Fall der Anschaffung eines Elektroautos mit einem Anteil von 60 Prozent an Ladevorgängen an der heimischen Wallbox sehe sich der private Haushalt mit etwa 10.000 kWh jährlichen Stromverbrauch konfrontiert.

EUPD Research: Größere Speicher und Photovoltaikanlagen nötig

Um auch zukünftig CO2-Emissionen signifikant zu reduzieren, reichten die herkömmlichen 7,5 kWp Solaranlage entsprechend kaum noch aus. Während die Anlage mit 10 kWp Solarleistung und 12 kWh Speicher auch bei diesem hohen Stromverbrauch noch 59 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber dem Strombezug einspare, könne die klassische Solaranlage ohne Speicher mit lediglich 28 Prozent weniger als die Hälfte dessen erreichen. Mit einer 15-kWp-Photovoltaikanlage und einem 15-kWh-Speicher sei selbst bei einem Stromverbrauch in dieser Größenklasse eine CO2-Einsparung von 68 Prozent realisierbar.

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"Der seit Jahren beobachtbare Anstieg der Leistung bei Photovoltaik-Modulen erlaubt bereits heute Anlagengrößen von 10 bis 15 kWp auf herkömmlichen Einfamilienhausdächern. Ein deutlicher Anstieg der installierten Solarleistung in Kombination mit entsprechender Speicherkapazität ist die Voraussetzung, um im Haushalt den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden.", kommentiert Dr. Martin Ammon, Projektleiter und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens.