Erste Untersuchungen

Havarierte Windkraftanlagen: Hinweis auf technische Probleme

Die Havarie mehrerer Windkraftanlagen um den Jahreswechsel hatte möglicherweise eine gemeinsame technische Ursache. Die Rotorblätter hatten sich anscheinend zu spät aus dem starken Wind gedreht.

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Hamburg – Die schweren Schäden an vier Windkraftanlagen in den Monaten Dezember und Januar sind möglicherweise auf eine gemeinsame technische Ursache zurückzuführen. Nach einem Bericht von "Spiegel Online" deuten die bisherigen Untersuchungen der Unfallursachen darauf hin, dass sich die Rotorblätter der Anlagen zu spät aus dem Wind gedreht haben, als der zu stark für einen sicheren Betrieb wurde. Dafür verantwortlich ist die sogenannte Pitch-Regelung.

Ältere Windräder mit hydraulischem System

Die betroffenen Anlagen, die teilweise umfielen oder deren Rotorblätter abknickten, waren allesamt mehr als 15 Jahre alt. Sie standen in den Bundesländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Letzte Sicherheit über die Unfallursachen gibt es noch nicht. "In dem konkreten Fall, den wir untersucht haben, lag es höchstwahrscheinlich an der Pitch-Regelung", sagte Robert Döring von dem Dienstleistungsunternehmen Enertrag, das solche Anlagen wartet. Bei der älteren Baureihe sei noch ein hydraulisches und kein elektronisches System in Betrieb, das mehr Wartung erfordere.

Verband: Betreiber sparen nicht an der Wartung

Nach Schätzungen sind noch mehr als 150 ähnliche Anlagen in Deutschland in Betrieb. "Die Betreiber wollen möglichst lange Betriebszeiten erreichen und sparen an allem, aber nicht an der Wartung", sagte Wolfram Axthelm vom Bundesverband Windenergie. Insgesamt liefern in Deutschland an Land mehr als 27.200 Windkrafträder Strom.

Quelle: DPA