Urteil

Gericht in Japan: Fukushima-Unglück hätte verhindert werden können

Wegen des Atomunglücks in Fukushima mussten tausende Anwohner ihre Häuser verlassen. Ein japanisches Gericht urteilte, dass auch der Staat eine Mitschuld an dem Unglück habe. Nun müssen sowohl Kraftwerksbetreiber Tepco als auch der japanische Staat Schadensersatz zahlen.

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Tokio - Ein japanisches Gericht hat eine Mitschuld des Staates am Atomunglück von Fukushima festgestellt. Das Bezirksgericht in Maebashi urteilte am Freitag, dass der japanische Staat und die Betreiberfirma des Unglücksreaktors sich der Nachlässigkeit schuldig gemacht hätten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

Gericht spricht Klägern 35,55 Millionen Yen an Entschädigung zu

Das Unglück sei "vermeidbar" gewesen, befand das Gericht. Der Staat hätte seine Rolle als Regulator nutzen müssen, um den Energiekonzern Tepco zu Schutzvorkehrungen vor Tsunamis zu verpflichten. 137 Anwohner, die nach dem Atomunglück vom März 2011 ihre Wohnungen dauerhaft verlassen mussten, hatten geklagt und insgesamt 1,5 Milliarden Yen (12,3 Millionen Euro) Schadenersatz gefordert. Das Gericht sprach den Klägern 38,55 Millionen Yen zu, die von Staat und von Tepco zu zahlen seien.

Noch immer können Tausende nicht in ihre Häuser zurückkehren

Tepco zahlt Fukushima-Opfern derzeit 100.000 Yen im Monat. Menschen, die freiwillig ihre Häuser in der Region verlassen haben, erhielten einmalig 80.000 Yen. Nach der von einem starken Erdbeben und Tsunami ausgelösten Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima flüchteten Hunderttausende. Knapp 80.000 Evakuierte können aufgrund der radioaktiven Verstrahlung nicht in ihre Häuser zurück.

Quelle: DPA