Preisvergleich

Gas- und Strompreise der Grundversorger klettern auf neue Rekordwerte

Die Gas- und Strompreise bei den Grundversorgern sind deutschlandweit auf neue Rekordwerte angestiegen, berichten die Experten von Verivox. Gas ist demnach in den Basistarifen so teuer wie seit 12 Jahren nicht mehr.

Diana Schellhas, 15.01.2021, 09:39 Uhr
Energiepreise© Kautz15 / Fotolia.com

Die Strompreise im örtlichen Grundversorgungstarif sind im Januar 2021 im bundesweiten Durchschnitt auf ein Allzeithoch gestiegen. Mit 33,77 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ist Strom im Basistarif teurer als jemals zuvor. In der Gas-Grundversorgung ist der Durchschnittspreis mit 7,54 Cent/kWh auf den höchsten Stand seit 12 Jahren geklettert. Das hat eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben.

Strompreis klettert in der Grundversorgung auf über 33 Cent pro kWh

Im Januar 2020 lag der durchschnittliche Strompreis im örtlichen Grundversorgungstarif noch bei 32,51 Cent/kWh, so die Experten. Innerhalb von 12 Monaten sei er um rund 4 Prozent auf 33,77 Cent/kWh angestiegen. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh habe dadurch höhere Stromkosten von rund 50 Euro pro Jahr.

"Die Bundesregierung möchte die Haushalte bei den Strompreisen entlasten. Darum wurde die EEG-Umlage, die rund ein Viertel des Strompreises ausmacht, auf 6,5 Cent/kWh gedeckelt. Doch diese Entlastung ist bei vielen Haushalten nicht angekommen. Im Gegenteil: Bei den Strompreisen ist Deutschland nach wie vor Weltspitze", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Gas-Grundversorgungstarife so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr

Die Entwicklung in den Grundversorgungstarifen für Gas sei ähnlich verlaufen. Im Januar 2020 habe der durchschnittliche Gaspreis hier noch bei 7,29 Cent/kWh gelegen. Innerhalb von 12 Monaten sei er auf 7,54 Cent/kWh angestiegen. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh würden so höhere Gaskosten von rund 50 Euro pro Jahr fällig.

"Die Kosten im Gas-Grundversorgungstarif sind so hoch wie seit März 2009 nicht mehr. Neben den leicht gestiegenen Netzkosten haben viele Gasversorger den ab diesem Jahr gültigen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne direkt an ihre Kunden weitergegeben", sagt Thorsten Storck.

Anpassung der Strompreise 2021

Im neuen Jahr halten sich die Strompreisänderungen der örtlichen Grundversorger in etwa die Waage. Für Januar und Februar 2021 hätten insgesamt 114 der rund 800 regionalen Stromversorger Strompreissenkungen von rund 2 Prozent angekündigt. Die durchschnittliche Entlastung läge bei 25 Euro pro Jahr. Gleichzeitig hätten 96 Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 3 Prozent angekündigt, was Mehrkosten von rund 34 Euro pro Jahr entspräche.

Im Bereich Gas stünden zahlreiche Preiserhöhungen an. Für Januar und Februar 2021 hätten insgesamt 347 der rund 700 regionalen Gasversorger Preiserhöhungen von rund 7 Prozent angekündigt. Die durchschnittlichen Mehrkosten lägen bei 95 Euro pro Jahr. Für den gleichen Zeitraum hätten 14 Grundversorger Preissenkungen von durchschnittlich 6 Prozent angemeldet, was einer Entlastung von rund 84 Euro pro Jahr entspräche.

Wie viele Verbraucher sind beim Grundversorger unter Vertrag?

Der örtliche Grundversorgungstarif ist das Produkt, das die Energieversorger bei Neueinzug standardmäßig zuteilen. Außerdem handelt es sich dabei um den Basistarif, der allen Kunden zur Verfügung gestellt werden muss.

Laut Bundesnetzagentur bezieht noch über ein Viertel (27 Prozent) der privaten Stromkunden den örtlichen Grundversorgungstarif. 42 Prozent der Stromkunden haben einen anderen Tarif ihres örtlichen Grundversorgers. 31 Prozent der Haushalte werden von einem überregionalen Stromversorger beliefert.

Im Bereich Gas sind noch 18 Prozent der Privatkunden im örtlichen Grundversorgungstarif. 50 Prozent beziehen einen anderen Tarif des örtlichen Grundversorgers und 32 Prozent der Haushalte sind zu einem überregionalen Gasanbieter gewechselt.

Preissenkungen bei alternativen Anbietern

Werden die günstigeren Stromtarife der örtlichen Grundversorgung und die Angebote der überregionalen Versorger berücksichtigt, ist der durchschnittliche Strompreis für private Verbraucher in den letzten 12 Monaten um rund 2 Prozent gesunken, erklären die Experten von Verivox weiter. Habe der Durchschnittspreis im Januar 2020 noch bei 30,01 Cent/kWh gelegen, stehe er aktuell bei 29,40 Cent/kWh. Bei einem Verbrauch von 4.000 kWh entspräche das einer jährlichen Entlastung von rund 25 Euro.

Bei den Gastarifen sei der preisdämpfende Effekt noch deutlicher. Der durchschnittliche Gaspreis sei hier innerhalb der letzten 12 Monate um 3 Prozent gesunken. Im Januar 2020 lag er bei 6,03 Cent/kWh, aktuell notiere er bei 5,85 Cent/kWh. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh entspräche das einer jährlichen Entlastung von rund 35 Euro.

DISQ kürt Verivox zum Testsieger

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv sechs Online-Vergleiche für Strom- und Gastarife überprüft. Das Ergebnis: Verivox ist Testsieger mit sehr guten Ergebnissen sowohl bei der Preisfindung als auch beim Service.

Die Tester kommen anhand von insgesamt 32 Nutzerprofilen zu dem Schluss, dass sich der Vergleich der Preise für Strom und Gas lohnt. Durch einen Wechsel könnten je nach aktuellem Tarif mehrere Hundert Euro pro Jahr eingespart werden. Energievergleiche seien eine nützliche Hilfe bei der Suche nach dem günstigsten Angebot mit fairen Konditionen.

Den Strom- und Gasrechner von Verivox finden Sie auch auf unseren Seiten. Nach Eingabe der Postleitzahl und des Verbrauchs werden die Preise verfügbarer Anbieter angezeigt.

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