Feiertage

Gänsebratenspitze an Weihnachten: Mythos oder Wahrheit?

Der erhöhte Stromverbrauch an Weihnachten wird auch gerne als "Gänsebratenspitze" bezeichnet. Gibt es das Phänomen wirklich und wie viel höher ist der Energieverbrauch an den Feiertagen im Dezember?

Diana Schellhas, 17.12.2018, 09:57 Uhr
Gänsebraten WeihnachtenMit der Gänsebratenspitze wird der erhöhte Energieverbrauch an Weihnachten beschrieben.© foodinaire / Fotolia.com

Essen - Opulentes Familienessen und Festtagsbeleuchtung: An den Weihnachtsfeiertagen verbrauchen die Deutschen in ihren Wohnungen mehr Strom. Energieversorger Eon hat den erhöhten Stromverbrauch untersucht und eine Umfrage hierzu in Auftrag gegeben. Demnach kann am ersten Weihnachtsfeiertag davon ausgegangen werden, dass rund zehn Prozent mehr Strom verbraucht wird.

Im Sprachgebrauch wird der Anstieg des Stromverbrauchs am 25. Dezember auch "Gänsebratenspitze" genannt. Denn traditionell wird an diesem Tag oftmals ein Festtagsmahl aufgetischt. Der höhere Strombedarf lässt sich aber durch viele Faktoren erklären, die an den Weihnachtsfeiertagen zusammenkommen.

Umfrage: Ein Drittel der Deutschen kocht ein traditionelles Menü

Das zeigen auch die Ergebnisse der von Eon in Auftrag gegebenen yougov-Umfrage. Über ein Drittel der Deutschen will demnach auch in diesem Jahr am 25. Dezember ein traditionelles Weihnachtsessen, wie etwa einen Gänsebraten, zubereiten. Fast die Hälfte der Befragten kocht dabei ein Essen, bei dem der Backofen und Herd über eine Stunde in Gebrauch sind. Zum Vergleich: An einem normalen Sonntag kocht gerade mal ein Drittel der Deutschen ein solch aufwändiges Menü von über eine Stunde Zubereitungszeit.

Spannend: Vor allem die Bewohner der neuen Bundesländer legen Wert auf ein selbstgekochtes traditionelles Weihnachtsmenü am 1. Weihnachtsfeiertag, und zwar die Hälfte der Befragten: Am kochbegeistertsten sind die Mecklenburg-Vorpommern (67 Prozent) gefolgt von den Brandenburgern (50 Prozent) und Sachsen (50 Prozent). Bei den Westdeutschen sind es gerade mal 30 Prozent.

Höherer TV-Konsum und Festbeleuchtung

Auch der TV-Konsum steigt laut youGov-Umfrage an den Weihnachtsfeiertagen an: Ein Viertel der Deutschen sieht mehr fern als an einem normalen Sonntag. Drei Viertel der Deutschen dekorieren Haus und/oder Garten in der Weihnachtszeit mit elektrischer Beleuchtung – angefangen von Lichterketten, Lichterbögen auf dem Fensterbrett bis hin zu blinkenden Stern-Leuchtbildern und leuchtenden Weihnachtsmännern im Garten. Da können schnell 30 Euro an Stromkosten zusammenkommen, wenn beispielsweise zwei Lichterketten mit 9 Meter Länge über 6 Wochen eingeschaltet sind.

Am 24. Dezember mögen es die meisten Deutschen übrigens gemütlich: 70 Prozent der Deutschen machen eine kleine Weihnachtsfeier zuhause bzw. sind bei der Familie zu Hause – In Urlaub sind an dem Tag nur 3 Prozent, 2 Prozent der Befragten gehen abends aus.