PV-Anlagen und Co.

Frist für Stromerzeuger läuft aus - Einspeisevergütung kann wegfallen

Ohne Anmeldung keine Einspeisevergütung: Betreiber von PV-Anlagen, Blockkraftheizwerken usw., die eine Vergütung für die Stromeinspeisung erhalten, sind verpflichtet sich im Marktstammdatenregister zu registrieren. Für neue Anlagen gilt das seit Februar 2019, für ältere Anlagen gab es eine Übergangsfrist, die nun ausläuft.

Diana Schellhas, 04.01.2021, 15:59 Uhr
UrteilDamit die Einspeisevergütung weiter ausgezahlt wird, ist die Anmeldung im Marktstammdatenregister verpflichtend. Das dauert bis zu 30 Minuten, so Frank Hettler von Zukunft Altbau.© Gina Sanders / Fotolia.com

Wer als Gebäudeeigentümer eine Photovoltaikanlage oder ein Mini-Blockheizkraftwerk betreibt, muss diese in das zentrale Marktstammdatenregister eintragen. Für ältere Anlagen läuft nun die Übergangsfrist dafür ab: Sind sie vor dem 1. Februar 2019 in Betrieb gegangen, müssen sie bis zum 31. Januar 2021 in das Register eingetragen sein. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Ohne diese Anmeldung riskieren die Anlageneigentümer demnach ihre Einspeisevergütung.

Bestehende Daten zu PV-Anlagen werden nicht automatisch übertragen

Alle stromerzeugenden Anlagen müssen im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Die Regelung gilt auch für Solarstromspeicher. Der Eintrag ist für neue Anlagen schon seit Februar 2019 verpflichtend. Die Anmeldung muss einen Monat nach Inbetriebnahme erfolgen.

Das für die Registrierung erstellte Webportal der Bundesnetzagentur löst bei den älteren Anlagen vorherige Anmeldeformalitäten ab. Anlagenbetreiber, die ihre Anlagen schon im PV-Meldeportal oder dem EEG-Anlagenregister angemeldet hatten, müssen die Anlagen noch einmal im Marktstammdatenregister registrieren. Eine Datenübernahme durch die Meldestelle erfolgt nicht. Auch Anlagen die über 20 Jahre alt sind und seit diesem Jahr weiter eine EEG-Einspeisevergütung erhalten, müssen angemeldet werden.

Zukunft Altbau: Netzbetreiber dürfen den Geldhahn zudrehen

Da die Übergangsfrist für ältere Anlagen zwei Jahre beträgt, besteht die Gefahr, dass viele Gebäudeeigentümer die Nachregistrierungspflicht inzwischen wieder vergessen haben, so die Berater. Einigen Eigentümern sei sie auch gänzlich unbekannt. Um diese Wissensdefizite zu beseitigen, hätten einige Netzbetreiber in Deutschland die Besitzer der Bestandsanlagen im Herbst 2020 schriftlich darüber informiert, dass sie ihre Anlagen registrieren müssen. Wer die Aufforderung erhalten habe, müsse dieser nun rasch nachkommen. Wer keinen Brief bekommen habe, solle prüfen, ob eine Anmeldung im Marktstammdatenregister bereits erfolgt ist.

Läge bis zum 31. Januar 2021 kein Eintrag vor, dürfe der Netzbetreiber den Geldhahn für den in das Stromnetz eingespeisten Strom zudrehen. Der Stopp könne auch wieder rückgängig gemacht werden: Sobald der Anlagenbetreiber die Registrierung nachhole, fließe die Vergütungen inklusive der einbehaltenen Beträge wieder.

Photovoltaikanlage anmelden: Welche Daten werden benötigt?

Der Eintrag ist unkompliziert und dauert rund 20 bis 30 Minuten, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Nur wenige Angaben seien erforderlich. Man benötige nur die Unterlagen mit den technischen Daten der Anlage. Zur Anmeldung geht man im Internet auf die Webseite des Marktstammdatenregisters. Nachdem ein Benutzerkonto angelegt worden sei, meldeten sich die Anlagenbetreiber und dann die jeweilige Anlage am. Bei Photovoltaikanlagen sei unter anderem die Leistung der Anlage, das Datum der Inbetriebnahme und der Standort inklusive Adresse anzugeben. Auch der Eintrag, welcher Netzbetreiber den Strom abnimmt, sei erforderlich. Die nötigen Informationen dazu fänden sich alle im Kaufvertrag der Anlage sowie den Anmeldepapieren an die Bundesnetzagentur und den lokalen Netzbetreiber.

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