Kohleausstieg

Fridays for Future will Anschluss von Datteln 4 verhindern

Fridays for Future will sich gegen den Anschluss des neuen Kohlekraftwerks Datteln 4 einsetzen und hat Großaktionen angekündigt. Auch das Bündnis "Ende Gelände" will dafür kämpfen, dass das Kraftwerk nicht ans Netz geht.

Melanie Zecher, 17.01.2020, 12:24 Uhr (Quelle: DPA)
Energie Kohle© danimages / Fotolia.com

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future haben nach dem Kohle-Beschluss entschlossene "Großaktionen" angekündigt. Statt den Kohleausstieg umzusetzen, wolle die große Koalition dieses Jahr im nordrhein-westfälischen Datteln ein neues Kohlekraftwerk ans Netz gehen lassen, sagte der Sprecher von Fridays for Future, Sebastian Grieme, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden das nicht hinnehmen. 2020 muss das Jahr werden, in dem wir aufhören, solche Entscheidungen zu treffen. Wir planen jetzt umso entschlossener die nächsten Großaktionen", sagte Griemer.

Neues Steinkohlekraftwerk soll Betrieb aufnehmen

Der Bund, die Kohle-Länder und die Betreiber hatten in der Nacht zu Donnerstag entschieden, dass der Energiekonzern Uniper das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Betrieb nehmen darf. Diesen Schritt begründeten sie damit, dass der Betreiber sonst Anspruch auf hohe Entschädigungen hätte. Beschlossen wurde auch, dass der Hambacher Forst nicht abgebaggert werden soll.

Auch in Nordrhein-Westfalen hatten Aktivisten Widerstand gegen den Anschluss des neuen Steinkohlekraftwerks angedroht. Niemand solle versuchen, das Kraftwerk ans Netz zu bringen, hatte die Sprecherin des Bündnisses "Ende Gelände", Kathrin Henneberger, gesagt. Deutschland müsse raus aus der Kohle. "Wir werden so stark gegen Datteln 4 streiten, wie wir für den Erhalt des Hambis streiten."

RWE: Wald darf bleiben, Aktivisten sollen gehen

Der Hambacher Forst soll der Vereinbarung zum Kohleausstieg zufolge dauerhaft erhalten bleiben - er sollte ursprünglich dem Hambacher Braunkohle-Tagebau weichen und war zum Symbol geworden für den Kampf von Klimaschützern gegen die Kohlebranche. "Für die Aktivisten gibt es keinen Grund mehr, im Hambacher Forst zu bleiben. Es wird spätestens jetzt Zeit, dass sie dort endlich ihre Baumhäuser abbauen", sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf (Freitag).

Von 2030 an will RWE nur noch den nahegelegenen Tagebau Garzweiler betreiben. Umweltverbände haben bereits Proteste angekündigt. Zum Zeitplan für den Tagebau Hambach sagte Schmitz: "Der Abbau in Hambach geht bis 2022 weiter zurück. Bis die Kohlegewinnung ganz eingestellt ist, wird es 2029 werden." Damit werde klar, "dass Garzweiler unverändert gebraucht wird".