Batteriegesetz

Falsch entsorgte Batterien: Umwelthilfe fordert Pfandsystem

Die Hälfte aller Batterien wird der Deutschen Umwelthilfe zufolge illegal entsorgt. Deshalb fordert die Organisation die Einführung eines deutschlandweiten Pfandsystems. Das Bundesumweltamt will das Batteriegesetz novellieren.

16.07.2019, 16:15 Uhr (Quelle: DPA)
BatterienOftmals landen alte Batterien beispielsweise im Restmüll, so die Deutsche Umwelthilfe.© djama / Fotolia.com

Berlin - Gerätebatterien werden oft falsch und sogar gefährlich entsorgt - die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deswegen ein bundesweites Pfandsystem für die kleinen Energiespeicher. Außerdem müssten die gesetzlichen Sammelquoten stark steigen, die Batterien müssten leichter austauschbar sein und Verbraucher müssten besser informiert werden, teilte die Umweltschutz-Organisation am Dienstag mit.

DUH: Jede zweite Altbatterie wird illegal entsorgt

"Mehr als jede zweite Altbatterie - ob lose oder fest verbaut - in Smartphones, Spielzeug und anderen Elektrogeräten wird illegal, zum Beispiel über den Restmüll, entsorgt", sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. "Die sich in letzter Zeit häufenden Brandfälle durch Lithium-Ionen-Batterien zeigen, dass deren korrekte Sammlung dringend verbessert werden muss."

Batteriegesetz soll reformiert werden

Anlass ist eine geplante Novelle des Batteriegesetzes im Bundesumweltministerium, die aus Sicht der DUH mehr Wert auf Ökologie legen sollte. Es geht vor allem um das gemeinsame Rücknahmesystem GRS, das viele von kleinen Sammelkästen für alte Batterien etwa in Supermärkten kennen. Daneben gibt es auch sogenannte herstellereigene Rücknahmesysteme. Ähnlich wie bei Verpackungsmüll müssen die Hersteller sich finanziell an der Entsorgung beteiligen.

DUH will Sammelquote heraufsetzen

Die Umwelthilfe verlang nun, im Zuge der Novelle die gesetzliche Sammelquote für Batterien - also denjenigen Anteil, den die Systeme einsammeln müssen - von 45 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2020 und sogar 85 Prozent ab 2022 zu erhöhen. An einem Pfandsystem führe außerdem kein Weg vorbei.

Geplante Anreize, Batterien ökologischer zu machen, hält die DUH für unzureichend. Die Rücknahmesysteme sollen Stand jetzt ihre Gebühren so staffeln, dass es sich für Hersteller lohnt, Schadstoffe zu minimieren und Recycling-Material zu verwenden. Auch Lebensdauer und Recyclingfähigkeit sollen demnach eine Rolle spielen.