Forderung

EWE-Chef Brückmann soll wegen Klitschko-Spende abtreten

Für EWE-Chef Matthias Brückmann verdunkelt sich der Himmel immer weiter. Nun verlangt die Spitze des Aufsichtsrats die Abberufung des Vorstandsvorsitzenden wegen der umstrittenen Spende an Ex-Boxweltmeisters Wladimir Klitschko .

07.02.2017, 17:06 Uhr (Quelle: DPA)
EWE© EWE Aktiengesellschaft

Oldenburg - Die Aufsichtsratsspitze des Oldenburger Energieanbieters EWE verlangt die Abberufung des Vorstandsvorsitzenden Matthias Brückmann. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Hintergrund ist eine Spende von 253.000 Euro, die der EWE-Vorstandsvorsitzende im vergangenen Jahr eigenmächtig an eine Stiftung des Ex-Boxweltmeisters Wladimir Klitschko nach Kiew überweisen ließ.

Eine Zahlung in dieser Höhe hätte vom Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates genehmigt werden müssen. Über den Beschluss des Präsidiums hatte zuerst die "Nordwest-Zeitung" (Oldenburg) berichtet.

Bericht: Brückmann soll Amt bis zur Aufsichtsratssitzung ruhen lassen

Demnach hat die Aufsichtsratsspitze eine Abberufung des Vorstandsvorsitzenden mit Wirkung zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 22. Februar empfohlen. "Herr Brückmann wird sein Amt bis zur Sitzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft vorerst ruhen lassen", hieß es in einer Mitteilung des Energieversorgers.

Erstes Gutachten liegt bereits vor

Um die Hintergründe der umstrittenen Spende und andere Vorwürfe gegen Brückmann zu klären, hatte der Aufsichtsrat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt. Ein erstes Gutachten lag den acht Mitgliedern des Aufsichtsratspräsidiums seit kurzem vor, wie Präsidiumsmitglied Heiner Schönecke der Deutschen Presse-Agentur sagte.