Stromkosten senken

EUPD: Solaranlage rentiert sich bei E-Autos erheblich

Elektroautos werden wegen der staatlichen Zuschüsse für den Kauf zwar immer günstiger, einer Umfrage zufolge fürchten aber viele die hohen Stromkosten. Wie sehr sich die Kosten mit einer Solaranlage senken lassen, hat das Marktforschungsinstitut EUPD Research ermittelt.

Diana Schellhas, 07.08.2020, 14:02 Uhr
ElektroautoMit einer Solaranlage kann man die jährlichen Stromkosten eines Elektroautos um rund 70 Prozent senken, so das Marktforschungsunternehmen EUPD-Research.© Petair / Fotolia.com

Staatliche Förderungen reduzieren die Investitionskosten bei Elektroautos deutlich - nicht zuletzt deshalb boomt derzeit der Absatz in Deutschland. Bei der Entscheidung für oder gegen den Kauf eines E-Autos ist vor allem der Faktor der Stromkosten abschreckend, berichtet das Marktforschungsunternehmen EUPD Research, der im Auftrag des Stromspeicher-Spezialisten E3/DC gut 2.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zu Energiewendethemen befragt hat.

Den Umfrage-Ergebnissen zufolge geben knapp drei Viertel der privaten Haushalte, die eine Kaufentscheidung für ein Elektrofahrzeug bereits getroffen haben, an, dass der hohe Strompreis eine hohe Kaufbarriere darstellt.

Kosten für das Laden von Elektroautos

Der durchschnittliche Stromverbrauch von Elektrofahrzeugen liegt je nach Modell zwischen 15 und 30 kWh je 100 Kilowattstunden (kWh), erklärt EUPD. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 14.000 Kilometern bedeute dies einen Stromverbrauch zwischen 2.100 und 4.200 kWh pro Jahr. Die Strompreisanalyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. vom Januar 2020 gäbe den durchschnittlichen Strompreis im Jahr 2020 für private Haushalte mit 31,4 Ct je kWh an. Somit müsse der private Haushalt mit etwa 660 bis 1.300 Euro Stromkosten für das Laden des E-Autos rechnen. Diese Kosten würden tendenziell weiter steigen und brächten nicht die erhoffte Einsparung gegenüber konventionellen Fahrzeugen.

Zugleich sind jedoch Stromtarife zum mobilen Laden noch nicht transparent genug und unterliegen, je nach Automodell und Stromanbieter, starken Schwankungen, berichtete das Marktforschungsunternehmen EUPD Research anhand einer Studie im Juli.

Wie viel können Besitzer einer Solaranlage beim Stromtanken sparen?

Die Stromkosten privater Haushalte verzeichnen in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Aufwärtstrend, so das Marktforschungsinstitut weiter. Damit würde auch das Fahren eines E-Autos immer teurer. Eine eigene Photovoltaikanlage in Verbindung mit intelligenter Ladetechnik erlaube es Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern, Solarstrom für unter 10 Cent je kWh auf dem eigenen Hausdach zu produzieren, ins Auto zu laden und so den steigenden Stromkosten aus dem Weg zu gehen. Im direkten Vergleich der PV-Stromgestehungskosten mit dem Haushaltsstrompreis ließe sich eine jährliche Einsparung von 450 bis 900 Euro bei den Stromkosten für das elektrische Fahren abschätzen. Das entspräche einem Unterschied von bis zu 69 Prozent.