Industrie

EU streicht Schutzzölle auf chinesische Solarprodukte

Die EU-Kommission hat entschieden die Antidumping- und Antisubventionszölle auf chinesische Solarprodukte wieder abzuschaffen. Die Schutzzölle wurden 2013 eingeführt, um die heimische Solarindustrie zu schützen.

SolarkollektorenEuropäische Herstellen von Solarprodukten hatten einen Antrag auf die Verlängerung der Schutzzölle gestellt.© Franz Metelec / Fotolia.com

Brüssel - Die EU hebt die Schutzzölle auf chinesische Solarzellen und Solarmodule endgültig auf. Bei der ab Dienstag (4.9.2018) gültigen Entscheidung hätten auch die Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien eine Rolle gespielt, teilte die zuständige EU-Kommission am vergangenen Freitag mit. Sie setzt darauf, dass sinkende Verbraucherpreise für Solaranlagen zu erhöhter Nachfrage führen. Ein Antrag europäischer Hersteller auf eine erneute Verlängerung der Schutzmaßnahmen sei abgelehnt worden.

Zölle zum Schutz der heimischen Solarindustrie

Die Antidumping- und Antisubventionszölle auf chinesische Solarprodukte waren 2013 zum Schutz der heimischen Solarindustrie eingeführt worden. Die EU-Kommission hatte zuvor in Untersuchungen festgestellt, dass chinesische Unternehmen Solarpaneele in Europa weit unter ihren normalen Marktpreisen verkaufen und unzulässige Subventionen erhalten. Seitdem hat sich die Lage auf dem Markt allerdings verändert. So sanken zum Beispiel auch für europäische Hersteller die Produktionskosten.

Schutzzölle wurden schrittweise reduziert

Deswegen war bereits 2017 entschieden worden, die Zölle schrittweise zu reduzieren. Mit dem Vorgehen wollte die EU-Kommission einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen gewährleisten. Auf der einen Seite stehen europäische Hersteller von Solarmodulen, die wegen der billigen Konkurrenz aus China um ihre Existenz fürchten.

Auf der anderen Seite gibt es weiterverarbeitende Unternehmen, die gerne günstige chinesische Solarprodukte beziehen würden, um ihren Kunden preiswerte Angebote machen zu können. Sie argumentieren, durch die Schutzzölle werde die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien erschwert.

Ursprünglich waren Antidumpingzölle in Höhe von bis zu 64,9 Prozent erhoben worden.

Quelle: DPA