Erneuerbare Energien

Erstes Solarthermiekraftwerk in Südamerika eingeweiht

In der chilenischen Atacamawüste wurde das erste Solarthermiekraftwerk Südamerikas eingeweiht. Die Anlage arbeitet mit einem Flüssigsalzspeicher und die Umsetzung des Projektes wurde unter anderem vom Bundesumweltministerium gefördert.

Diana Schellhas, 09.06.2021, 10:14 Uhr
SüdamerikaDas Solarthermiekraftwerk in der Atacamawüste kann auch nachts Strom erzeugen.© Wikimedia Commons

In Südamerika wurde am Dienstag (8.7.2021) das erste solarthermische Kraftwerk des Landes eingeweiht. Das Bundesumweltministerium hat das Projekt mit dem Namen "Cerro Dominador" im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) über die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die KfW-Bank gefördert.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Als erstes Solarthermiekraftwerk in Südamerika ist ‚Cerro Dominador‘ ein Leuchtturm für die ganze Region. Ich hoffe, dass noch weitere solche Kraftwerke gebaut werden, um die großen Potenziale der Sonnenenergie zu nutzen. Chile geht heute einen weiteren großen Schritt in eine klimaneutrale Zukunft."

Solarthermiekraftwerk in der Atacamawüste arbeitet mit spezieller Technologie

Das innovative Kraftwerk ermöglicht eine Erzeugung von grünem Strom rund um die Uhr und kann damit rund 380.000 Haushalte versorgen, berichtet die Behörde. Zudem spare es jährlich ca. 870.000 Tonnen CO2 ein und leiste damit einen wichtigen Beitrag für den globalen Klimaschutz und zur Erreichung der chilenischen Klimaschutzziele.

Das Solarthermiekraftwerks befinde sich in Chiles Atacamawüste. Hier herrschten unter anderem dank der hohen Solareinstrahlung ausgezeichnete Bedingungen für Solarkraftwerke mit konzentrierender Solartechnologie (CSP). Bei dieser Technologie würde mithilfe von Spiegeln gebündeltes Sonnenlicht auf einen hohen Turm reflektiert, um dort flüssige Salze zu erhitzen. Die von den Salzen aufgenommene Wärme würde gespeichert und zur Stromerzeugung über eine Dampfturbine genutzt. Der innovative Flüssigsalzspeicher ermögliche den Betrieb der Anlage auch ohne direkte Sonneneinstrahlung – somit könne das CSP-Kraftwerk auch nachts und an den wenigen bewölkten Tagen täglich 24 Stunden lang ca. 110 MW Strom erzeugen. Dank der hervorragenden Einstrahlungsbedingungen im Norden Chiles könne sich das Solarkraftwerk in einer technologieneutralen Ausschreibung für langfristige Stromlieferverträge gegen Kohle und Gas kommerziell durchsetzen.

Solarthermie-Projekt mit mehreren Unterstützern

Diese Unterstützung des Bundesumweltministeriums über die GIZ und die KfW umfasste einen Zinszuschuss und die Beratung bei der Entwicklung und Umsetzung des Projektes Cerro, erklärte die Behörde weiter. Die KfW habe sich mit einem Darlehen von 65 Millionen US-Dollar sowie einer Projektfinanzierung von 55 Millionen US-Dollar an dem Projekt beteiligt. Weitere Unterstützung für das Projekt sei von der Europäischen Union (15 Millionen US-Dollar aus der Latin American Investment Facility) sowie von internationalen Finanzinstitutionen hinzugekommen.

Neben dem Solarthermiekraftwerk umfasse das Projekt Cerro Dominador außerdem eine 100 MW grosse Photovoltaikanlage, die bereits 2018 in Betrieb genommen wurde.