Finaler Schritt

Eon verkauft tschechische Innogy-Tochter an eine ungarische Firma

Der finale Schritt bei dem Mega-Deal zwischen Eon und RWE ist getan. Eon hat die Innogy Ceska Republika an den ungarischen Energieversorger MVM verkauft. Eon will aus dem Geschäft mit der Stromproduktion komplett aussteigen.

Diana Schellhas, 13.07.2020, 09:41 Uhr (Quelle: DPA)
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Die Übernahme der RWE -Tochter Innogy durch den Branchenkollegen Eon ist endgültig abgeschlossen. Mit dem ungarischen Energieversorger MVM sei eine Vereinbarung über den Verkauf von Innogy Ceska Republika und damit des gesamten tschechischen Strom- und Gasgeschäfts im Endkundensegment unterzeichnet worden, teilte Eon am Wochenende in Essen mit. Zur Höhe des Kaufpreises wurden keine Angaben gemacht.

EU-Kommission muss Innogy-Verkauf noch absegnen

Die Transaktion muss noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Mit dem Abschluss des Geschäfts rechnet der Konzern zum Jahresende. Innogy versorge in Tschechien derzeit 1,2 Millionen Gaskunden und 0,4 Millionen Stromkunden. Die Transaktion sei der finale Schritt im Zusammenhang mit den von Eon im Rahmen der kartellrechtlichen Genehmigung der Innogy-Übernahme gemachten Verpflichtungszusagen.

Eon stellt die Stromerzeugung komplett ein

Für Eon-Chef Johannes Teyssen hat der im März 2018 vereinbarte Milliardendeal mit dem alten Rivalen RWE früheren Aussagen zufolge historische Dimensionen. "Etwas Vergleichbares hat in den letzten Dekaden der deutschen Wirtschaftsgeschichte nicht stattgefunden", strich er Anfang Juni heraus. Eon verabschiedet sich, sobald sein letztes Kernkraftwerk abgeschaltet ist, komplett aus der Stromerzeugung und konzentriert sich auf Bau und Betrieb der Energienetze und den Verkauf von Strom und Gas an rund 50 Millionen Kunden in 15 europäischen Ländern.

RWE wird zu einem der größten Ökostromversorger

RWE hat die erneuerbaren Energien von Eon übernommen und bekommt noch die Windparks und Solaranlagen von Innogy dazu. Dadurch wird der Braunkohleverstromer einer der weltweit größten Erzeuger von grünem Strom. RWE ist durch die Vereinbarung auch zum größten Aktionär von Eon geworden.