Energiewirtschaft

Eon, RWE und EnBW legen Prognosen für 2021 vor

Die großen Stromanbieter Eon, EnBW und RWE haben ihre Prognosen für 2021 bekannt gegeben. Zwei der Konzerne blicken optimistisch in die Zukunft, ein Unternehmen rechnet mit einem geringeren Nettoergebnis als im vergangenen Jahr.

Diana Schellhas, 10.05.2021, 17:29 Uhr (Quelle: DPA)
Daten und Fakten© Sean Gladwell / Fotolia.com

Der Energiekonzern Eon hat das Corona-Jahr 2020 ohne größere Schrammen überstanden. In die Zukunft blickt der Vorstand nun optimistisch. Ausgehend von den Fortschritten bei der Integration von Innogy und den positiven Entwicklungen in der Kernenergie und im Großbritannien-Geschäft erwartet der Konzern ein steigendes Ergebnis für 2021 und darüber hinaus. Und auch in den Folgejahren soll es aufwärts gehen. Das teilte Eon am Mittwoch in Essen mit. Die Aktie lag nach knapp einer Stunde Handel gut ein halbes Prozent im Minus im Einklang mit dem Markt.

Eon-Prognose für 2021

Für 2021 erwartet Eon nun konzernweit ein Plus beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) auf 3,8 und 4,0 Milliarden Euro, der bereinigte Konzernüberschuss soll zwischen 1,7 und 1,9 Milliarden Euro herauskommen. Zwischen 2021 und 2023 rechnet Finanzvorstand Marc Spieker auf Ebit-Ebene mit einem Zuwachs von 8 bis 10 Prozent pro Jahr. "Wir werden dabei insbesondere ein spürbares Ergebniswachstum im Kerngeschäft von 11 bis 13 Prozent sehen, das die rückläufigen Ergebnisse aus der deutschen Kernenergie mehr als ausgleichen wird", sagte der Manager laut Mitteilung.

Eon passte seine Ziele im Sommer an

Das abgelaufene Jahr stand nur zum Teil im Zeichen von Corona: Weil im ersten Lockdown vor rund einem Jahr die Stromnachfrage eingebrochen war, korrigierte Eon im Sommer seine Prognose nach unten. Im Laufe des Jahres erholte sich die Situation aber. Auch mit gezielten Gegenmaßnahmen wie Effizienzsteigerungen, aber auch dank zunehmender Kundenzahlen hatte der Konzern die Auswirkungen der Pandemie den Angaben zufolge eingrenzen können, die negativen Ergebniseffekte lagen bei knapp 300 Millionen Euro. Die Corona-Krise hinterlasse im Ergebnis keine bleibenden Spuren, hieß es am Mittwoch.

Die im Sommer angepassten Ziele hatte Eon 2020 erreicht: Das bereinigte Ebit stieg im abgelaufenen Jahr auf knapp 3,8 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es auf Pro-Forma-Basis noch 3,2 Milliarden Euro gewesen. Der bereinigte Konzernüberschuss lag im abgelaufenen Jahr bei gut 1,6 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden Euro auf Pro-Forma-Basis in 2019.

Innogy-Deal: Synergieziele sollen erreicht werden

Neben der Corona-Krise war für Eon das Tauschgeschäft mit RWE im vergangenen Jahr das große Thema. Der Deal wurde endgültig abgeschlossen, die frühere RWE-Tochter Innogy in den Eon-Konzern integriert. Die geplanten Synergieziele würden wie erwartet erreicht, bestätigte Eon am Mittwoch. Bis 2024 will der Konzern 780 Millionen Euro an wiederkehrenden Einsparungen erzielen. Bis Ende 2020 konnten hiervon bereits 130 Millionen Euro realisiert werden.

Holpriger Jahresstart für RWE

Für RWE hat das Jahr mit dem schweren Wintereinbruch in den USA holprig begonnen, das erste Quartal dürfte somit etwas schwächer ausgefallen sein. Der im April ausgeschiedene Konzern-Chef Rolf Martin Schmitz war im März von Belastungen von mehr als 400 Millionen Euro ausgegangen, die die Winterstürme vor allem im US-Bundesstaat Texas verursacht haben. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand deshalb mit einem bereinigten Nettoergebnis zwischen 750 Millionen Euro und 1,1 Milliarden Euro. Das wäre weniger als im Corona-Jahr mit 1,2 Milliarden Euro.

Dividende soll erhöht werden

RWE stellte für das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2021 einen Rückgang auf 2,65 bis 3,05 Milliarden Euro in Aussicht. Beim bereinigten Ebit geht das Management von 1,15 bis 1,55 Milliarden Euro aus.

Die Dividende will der Konzern wegen der guten Finanzlage im laufenden Jahr allerdings erhöhen: Die Aktionäre sollen für 2021 je Aktie 90 Cent und damit etwas mehr als zuletzt erhalten. Die Finanzlage habe sich 2020 weiter verbessert, hatte Markus Krebber im März noch als Finanzchef erklärt. Nun tritt er die Nachfolge von Schmitz als neuer Konzern-Chef an. Die Zahlen zum ersten Quartal am Mittwoch sind damit sein Debüt.

EnBW erwartet ein leichtes Ergebniswachstum

Schlechtere Windverhältnisse haben im ersten Quartal auch das Ergebnis des Energieversorgers EnBW gedrückt. Der operative Gewinn (Adjusted Ebitda) ging im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2020 um 13,8 Prozent auf 814,1 Millionen Euro zurück, wie das Karlsruher Unternehmen am Montag weiter mitteilte. Gründe für den Ergebnisrückgang seien neben den Windverhältnissen auch temporäre Bewertungseffekte etwa in Bezug auf Gasspeicher sowie ein gestiegener Personalaufwand für den Netzausbau. Dennoch hält der Konzern an der Prognose für 2021 fest.

Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein auf die Aktionäre entfallender Konzernüberschuss von 321,1 Millionen Euro nach einem Minus von 10,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zugleich steigerte EnBW den Umsatz um mehr als ein Fünftel (22,4 Prozent) auf rund 6,83 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wuchs um 5,1 Prozent auf 24 828.

"Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir weiterhin ein leichtes Ergebniswachstum", sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer. Das Ebitda soll demzufolge bei 2,825 Milliarden bis 2,975 Milliarden Euro liegen - und damit um zwei bis sieben Prozent über dem Vorjahr.