Innogy-Zerschlagung

Eon legt Angebot für Innogy-Aktien vor

Der erste Schritt für die Zerschlagung der RWE-Tochter Innogy ist getan. Energiekonzern Eon hat den Innogy-Aktionären sein Übernahmeangebot vorgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat haben nun zwei Wochen Zeit, Stellung zu beziehen.

27.04.2018, 13:59 Uhr (Quelle: DPA)
Innogy© RWE International SE

Essen - Bei der Zerschlagung der RWE-Tochter Innogy sind jetzt deren Aktionäre am Zug. Der Energiekonzern Eon hat am Freitag sein Übernahmeangebot für ihre Aktien veröffentlicht. Eon will den Aktionären, die rund 23 Prozent des Innogy-Kapitals halten, 38,40 je Aktie zahlen. Die Annahmefrist endet am 6. Juli.

Innogy-Zerschlagung soll in mehreren Schritten vollzogen werden

Hintergrund des Angebots ist der Plan von Eon und RWE, ihre Geschäfte komplett neu zu ordnen. Dazu will Eon im ersten Schritt Innogy übernehmen. Anschließend soll es einen umfangreichen Tausch von Geschäftsaktivitäten und Vermögenswerten zwischen Eon und RWE geben.

Am Ende will Eon sich ganz auf die Energienetze und das Endkundengeschäft konzentrieren. RWE würde zu einem reinen Stromproduzenten aus konventionellen und erneuerbaren Energien. Außerdem soll RWE mit knapp 16,7 Prozent an Eon beteiligt werden. Eon erwartet den Vollzug des Übernahmeangebots nicht vor Mitte 2019.

Innogy bleibt eine Frist von zwei Wochen

Vorstand und Aufsichtsrat von Innogy haben jetzt zwei Wochen Zeit, um das Angebot zu bewerten und Stellung zu nehmen. Nach Angaben im jüngsten Innogy-Geschäftsbericht hält der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock knapp 5 Prozent des Kapitals, 18 Prozent entfallen auf sonstige institutionelle Investoren. Privatanleger halten danach weniger als 1 Prozent des Innogy-Kapitals.

5.000 Stellen sollen abgebaut werden

Bei der neuen Eon sollen nach der Transaktion rund 5.000 Stellen gestrichen werden. Eon-Chef Johannes Teyssen versicherte in der Mitteilung, man werde den "unvermeidlichen Abbau von Arbeitsplätzen" selbstverständlich "sozialverträglich und in der gewohnten engen Abstimmung mit unseren Sozialpartnern gestalten".