Aktuelle Ergebnisse und Ziele

Eon gibt Quartalszahlen bekannt – Management zufrieden

Der Essener Stromversorger Eon meldet sinkende Gewinne für die ersten neun Monate 2020, dennoch zeigt sich der Vorstand des Unternehmens zufrieden. Die Bestätigung der Jahresziele sorgt indessen für eine positive Entwicklung an der Börse.

Diana Schellhas, 11.11.2020, 11:48 Uhr (Quelle: DPA)
EON© E.ON SE

Der Essener Energiekonzern Eon sieht sich in der Corona-Krise weiter auf Kurs und hat seine Jahresziele bestätigt. Die Märkte erholten sich schneller als gedacht, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Das operative Geschäft habe sich in den ersten neun Monaten sehr robust entwickelt. Die aktuellen Lockdown-Maßnahmen werden laut Konzern keinen maßgeblichen Einfluss auf die Jahresergebnisse haben.

"Bisher scheint dieser zweite Lockdown wirtschaftlich anders zu wirken", sagte Eon-Finanzvorstand Marc Spieker am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Der neue coronabedingte Teil-Lockdown habe bislang zu keinem Rückgang der Strom- und Gasnachfrage geführt. Im April und Mai hatte der Konzern, der in Europa fast 53 Millionen Kunden mit Energie beliefert, ein Minus von gut 6 Prozent beim Energieabsatz verbucht, bei den Industriekunden sogar um 10 Prozent. Seitdem habe der Energiebedarf wieder das Niveau von vor der Krise erreicht.

Gewinn sinkt wetterbedingt und wegen der Pandemie

Neben der Pandemie belastet die außergewöhnlich warme Witterung Anfang des Jahres die Zahlen für die ersten neun Monate. Somit sank der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im bisherigen Jahresverlauf auf 2,7 Milliarden Euro. Auf Pro-Forma-Basis waren es in den ersten neun Monaten des Vorjahres 2,99 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss ging in den ersten drei Quartalen ebenfalls zurück: Von 1,29 Milliarden Euro pro-forma auf 1,1 Milliarden.

Innogy-Deal zog sich über zwei Jahre

Die Vorjahreszahlen wurden angepasst: Sie beinhalten bereits die Änderungen, die sich durch den Deal mit RWE und der Zerschlagung Innogys ergeben haben. Das Tauschgeschäft wurde allerdings zum Teil erst in diesem Jahr abgeschlossen. Die früheren Konkurrenten RWE und Eon haben die frühere Innogy-Tochter zerschlagen und unter sich aufgeteilt, genauso wie die Geschäftsfelder. RWE konzentriert sich seitdem auf den Bereich der erneuerbaren Energien. Eon ist seitdem Herrscher über Netze und Vertrieb.

Eon hält an seiner Jahresprognose fest – Management zufrieden

Im Rahmen der bisherigen Entwicklung hält Eon an seiner zum Halbjahr gesenkten Prognose für das Gesamtjahr fest: Der Konzern geht für 2020 weiterhin von einem bereinigten Ebit zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Euro und einem bereinigten Konzernüberschuss zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro aus.

Das Management zeigt sich mit dem bisherigen Jahresverlauf zufrieden: Die Folgen der Pandemie konnten begrenzt werden, "unser Geschäftsmodell hat in der Krise seine hohe Resilienz bewiesen", erklärte Spieker laut Mitteilung. Daher bestätige der Konzern auch seine Dividendenpolitik: Eon will diese bis zur Ausschüttung für 2022 weiter jährlich um bis zu fünf Prozent steigern.

Positive Nachrichten von der Börse

Die Nachrichten wurden positiv aufgenommen: Die Aktie legte kurz nach dem Handelsstart um 1,56 Prozent auf 9,52 Euro zu - auch wenn die Zahlen im Rahmen der Erwartungen lagen, wie das US-Analysehaus Bernstein am Morgen kommentierte. Der Corona-Crash hatte auch der Eon-Aktie ordentlich zugesetzt. Die Delle konnte das Papier bisher noch nicht ausbügeln, auch wenn sich der Kurs ein Stück weit erholt hat. Noch im Februar hatte die Aktie ein Mehrjahreshoch von mehr als elf Euro erreicht. In kürzester Zeit fiel der Kurs dann im März auf ein Tief unter acht Euro.

Innogy-Integration läuft planmäßig - keine Abwanderung von Kunden

Die Integration von Innogy schreite zudem planmäßig voran, hieß es am Mittwoch. Die vorgesehenen Synergien aus dem Tauschgeschäft mit RWE von rund 740 Millionen Euro ab 2022 und rund 780 Millionen Euro ab 2024 werde der Konzern daher wie geplant erzielen.

Der Eon-Konzern ist der größte Stromnetzbetreiber in Deutschland. Der Bereich steuerte seit Jahresanfang mit 2,3 Milliarden Euro mehr als 80 Prozent zum Gewinn bei. Außerdem versorgt Eon deutschlandweit rund 13,9 Millionen Kunden mit Strom und Gas - inzwischen weitgehend unter dem Namen Eon. Größere Abwanderungen von Kunden habe es durch die Streichung des Namens Innogy nicht gegeben. Auch für die Kommunen, die die Konzessionen für die Strom- und Gasnetze vergeben, sei Eon der Partner der Wahl. Es sei gelungen, nahezu alle Netzkonzessionen, die Innogy gehalten hat, zu übernehmen.