Boykott

Eon, EWE und swb streichen Facebook-Werbung

Facebook muss im Juli auf weitere Werbeeinnahmen verzichten. Nachdem viele weltweit agierende Firmen bereits angekündigt hatten, im Juli keine Werbung mehr auf dem sozialen Netzwerk zu schalten, haben sich auch einige deutsche Energiefirmen angeschlossen.

Diana Schellhas, 07.07.2020, 16:07 Uhr
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Das soziale Netzwerk Facebook steht schon lange in der Kritik, nicht streng genug gegen Hasskommentare und rassistische Inhalte vorzugehen. Mehrere Energieversorger wollen sich deshalb einem Werbeboykott anschließen.

Dazu gehört unter anderem der Essener Energieversorger Eon. "Wir wenden uns ausdrücklich und entschlossen gegen Rassismus, Hassrede und Diskriminierung. Diese klare Haltung erwarten wir auch von unseren Partnern. Vor diesem Hintergrund betrachten wir es als unsere Verantwortung, unser Engagement und unsere Rolle auf Facebook und Instagram zu hinterfragen", teilte das Unternehmen am vergangenen Donnerstag (2. Juli) mit. Sämtlich Anzeigen und Post würden bis auf weiteres eingestellt.

Auch EWE und swb nehmen am Boykott teil

Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationsanbieter EWE beteiligt sich mindestens für den Monat Juli am sogenannten Facebook-Boykott "stop Hate for Profit", hieß es in einer Pressemitteilung von 2. Juli. Im gesamten Monat würden keine EWE-Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram geschaltet und laufende Kampagnen ebenfalls schnellstmöglich beendet.

EWE nutze bisher Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram für Privat- und Geschäftskundenprodukte oder auch für Imageaktivitäten im Bereich des Sponsorings. Auch das Kundenmagazin "hallo nachbar" nutze Werbeanzeigen auf Facebook, um auf die Website des Magazins hinzuweisen.

Auch die swb AG, ein regionaler Energieversorger der Region Bremen und Bremerhaven, hat angekündigt, bereits seit dem 1. Juli 2020 keine Werbeplatzierungen bei Facebook und Instagram mehr vorgenommen zu haben und d das geplante Budget für das Jahr 2020 insgesamt um 50 Prozent reduzieren zu wollen.

Global führende Firmen nehmen am Boykott teil

Ende Juni hatten sich immer mehr Firmen dem Werbeboykott, der von der Initiative "#StopHateForProfit" gestartet wurde, angeschlossen. Unter anderem kündigten dabei Honda, Coca Cola und Hershey an, mindestens für einen Monat keine Werbung mehr auf Facebook zu schalten. Medienberichten zufolge gelobt Mark Zuckerberg, Chef des Netzwerkes, Besserung. Kurz danach wurden hunderte Konten und Gruppen auf Facebook gelöscht.