Kommunikationsinfrastruktur

Energieversorger sichern sich eigene Funkfrequenz

Über eine eigene Funkfrequenz will ein Zusammenschluss zahlreicher Energieversorger eine neue digitale Kommunikationsinfrastruktur aufbauen. Um die Nutzung der 450-Megahertz-Frequenzen hatte es Streit gegeben, jetzt hat die Bundesnetzagentur der Energiewirtschaft den Zuschlag erteilt.

Diana Schellhas, 09.03.2021, 16:52 Uhr (Quelle: DPA)
NetzausbauAuch die Polizei und andere Sicherheitskräfte hatten die 450-Megahertz-Funkfrequenzen beansprucht.© Günter Menzl / Fotolia.com

Im Ringen um eine eigene Funkfrequenz haben sich deutsche Energieversorger durchgesetzt. Die Bundesnetzagentur erteilte am Dienstag der von über 200 Unternehmen getragenen 450connect GmbH den Zuschlag für die Nutzung der 450-Megahertz-Frequenzen. Die Energiebranche will den Frequenzbereich, in dem früher das analoge C-Mobilfunknetz funkte, für die Digitalisierung der Energiewende einsetzen - etwa für den Anschluss intelligenter Stromzähler, der sogenannten Smart Meter.

Netzbetreiber, Regionalversorger und Stadtwerke haben sich zusammengeschlossen

"Der Zuschlag stellt die Weichen für die Digitalisierung der Energie- und Verkehrswende", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Mit den 450 Megahertz-Frequenzen könne kosteneffizient ein ausfallsicheres Funknetz aufgebaut werden. Zu 450connect gehören Eon als Deutschlands größter Betreiber von Energienetzen, zahlreiche Regionalversorger und Stadtwerke sowie der größte niederländische Energienetzbetreiber Alliander.

Neue Kommunikationsinfrastruktur soll 2024 an den Start gehen

Die Vorbereitungen für den Aufbau des Funknetzes liefen bereits auf Hochtouren, teilte 450connect mit. Die digitale Kommunikationsinfrastruktur mit rund 1.600 Funkstandorten solle bis Ende 2024 in Betrieb genommen werden. Netzbetreiber hätten dann die Möglichkeit, Energieerzeugung, -transport und -verbrauch in Echtzeit zu kontrollieren und bei Bedarf zu steuern. Die hinter 450connect stehenden Unternehmen versorgten mehr als 50 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Energie und Wasser.

Streit um Funkfrequenzen

Um die Vergabe der Frequenzen hatte es politischen Streit gegeben. Auch die Polizei und andere Sicherheitskräfte hatten sie beansprucht. Nach einer Einigung in der Bundesregierung sollen sie künftig Frequenzen, die die Energiewirtschaft nicht braucht, nachrangig nutzen können.