Analyse

Energielabel A+++ zahlt sich nicht immer aus

Energielabel und darauf verzeichnete Energieeffizienzklassen sollen dabei helfen, energiesparende Geräte von Stromfressern unterscheiden zu können. Bisher ist Kategorie A+++ die Sparsamste. Der Kauf der Spitzenklasse lohnt sich aber nicht immer, zeigt eine Analyse.

Diana Schellhas, 06.01.2021, 16:33 Uhr
EnergieeffizienzIm März werden neue Energielabel eingeführt. Die bisherigen Energieeffizienzklassen werden angepasst.© mirpic / Fotolia.com

Der Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte spart langfristig Geld. Meist dauert es im Schnitt nur wenige Jahre bis die niedrigeren Stromkosten den höheren Kaufpreis ausgleichen. Das zeigt eine Auswertung des Verbraucherportals Testberichte.de in Zusammenarbeit mit Verivox. Aber: Allerdings kann demnach auch innerhalb der Energieklassen der Stromverbrauch stark schwanken.

Beispiel Waschmaschine: Nach welchem Zeitraum macht sich Klasse A+++ bezahlt?

EU Energieeffizienz-Label So sehen die Energielabel für Waschmaschinen bisher aus. Neben der Energieeffizienzklasse sind auch Angaben zu Geräuschen und zum Wasserverbrauch zu sehen. ©

Effiziente Haushaltsgeräte sind in der Anschaffung teurer, sparen aber Stromkosten. Bei Waschmaschinen sind die höheren Anschaffungskosten schnell wieder ausgeglichen: Der Kauf einer Waschmaschine mit dem Energielabel A+++ rechnet sich gegenüber A++ durchschnittlich nach 4,5 Jahren (220 Waschzyklen), lautet eines der Ergebnisse der Analyse. Berücksichtige man zusätzlich die Wasserkosten, die die laufenden Ausgaben nahezu verdoppelten, ginge es deutlich schneller. Das Preisplus hätten Käufer dann bereits nach 2,8 Jahren raus.

Ähnlich lange dauere es bei der Kühl-Gefrier-Kombination. Wer sich für A+++ entscheide, amortisiere den Mehrpreis gegenüber A++ durchschnittlich innerhalb von 2,7 Jahren.

Vorsicht beim Kauf eines neuen Geschirrspülers

Verhältnismäßig lange dauere es beim Geschirrspüler. Hier verstrichen 20,6 Jahre bzw. 18,9 Jahre inkl. Wasserkosten. Der Aufpreis für das energieeffizientere Gerät ließe sich damit nicht innerhalb der durchschnittlichen Nutzungsdauer von 12 Jahren "raussparen". Das liege vor allem an dem großen Preisunterschied zwischen den beiden Energielabels: Während dieser bei Waschmaschine, Kühl-Gefrier-Kombi und Trockner zwischen 9 und 22 Prozent liege, müssten Verbraucher beim Geschirrspüler im Schnitt 51 Prozent mehr für A+++ auf den Tisch legen/ausgeben.

Stromverbrauch und Preise variieren stark

Der Analyse zufolge kann mit energieeffizienten Geräten langfristig fast immer Geld gespart werden. Dennoch sollten Verbraucher beim Kauf genau hinschauen. Denn auch innerhalb der Energieklassen variiert der Stromverbrauch demnach stark. Innerhalt der Energieeffizienzklasse A+++ benötige die Waschmaschine mit dem höchsten Verbrauch viermal mehr Strom je Kilogramm Wäsche als das sparsamste Gerät. Bei Kühl-Gefrier-Kombinationen sei der Unterschied geringer, mit dem doppelten Strombedarf je 100 Liter Nutzinhalt aber immer noch sehr deutlich.

Anpassung der Energielabel ab 2021

Ab März werden die Energieeffizienzklassen für Geschirrspüler, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Kühlschränke, Lampen und Fernseher umgestellt. Die Kategorisierung der Effizienzklassen beginnt dann mit dem Buchstaben A und endet mit dem Buchstaben G (schlechteste). Die Klasse A wird zunächst jedoch freigehalten, um Spielraum für weitere Verbesserungen zu lassen. Die A-Plus-Kategorien werden abgeschafft. Damit soll es für Verbraucher leichter werden, energieeffiziente Geräte zu erkennen.

Weiterführende Links
  • Ausführliche Ergebnisse gibt es auf der Homerpage von Verivox