Risikobewertung

Energiebranche: Keine Gefahr für die Stromversorgung

Die Stromversorgung wird im Zuge der Corona-Krise regelmäßigen Risikobewertungen unterzogen, erläutert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Demnach existiert kein Risiko für die Versorgungssicherheit.

Diana Schellhas, 16.03.2020, 10:22 Uhr (Quelle: DPA)
Stromnetz Ausbau© Nikiko / Pixabay.com

Die Energieversorgung in Deutschland ist nach Einschätzung der Branche nicht durch die sich ausbreitende Coronavirus-Pandemie gefährdet. "Derzeit sehen die Unternehmen kein Risiko für die Versorgungssicherheit", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae, am Freitag. Die Versorger führten regelmäßig Risikobewertungen durch, "da sich die Lage national und international als sehr dynamisch abzeichnet".

Netzagentur und Netzbetreiber: Gut gewappnet in der Corona-Krise

Auch die Bundesnetzagentur, die darüber wacht, dass die Stromversorgung in Deutschland gesichert bleibt, beruhigt. "Die Betreiber der Übertragungsnetze sind nach unserer Einschätzung bestmöglich vorbereitet", sagte ein Sprecher. Die vier Betreiber dieser Übertragungsnetze - Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW - sind für die Stabilität der Stromversorgung verantwortlich. Sie sehen sich ebenfalls gewappnet. "Grundsätzlich sind wir in unseren Leitwarten für alle Notlagen gerüstet, weit über die derzeitige Bedrohung durch das Coronavirus hinaus", versicherten sie.

Besondere Anforderungen an Schaltwarten

Alle wichtigen Einheiten seien mehrfach abgesichert, sagte eine Tennet-Sprecherin. So gebe es bei Tennet zwei zentrale Schaltwarten, die sich gegenseitig ersetzen könnten. In den Schaltwarten wird das Netz gesteuert und überwacht. Zu konkreten Vorsorgemaßnahmen äußerten sich die Übertragungsnetzbetreiber zurückhaltend. Für die Beschäftigten in den Leitwarten und andere Teams gebe es besondere Anforderungen insbesondere auch bei der Frage, welche Kontakte nach außen noch möglich seien.

Beim Verteilnetzbetreiber Westnetz, der rund 7,5 Millionen Menschen mit Strom und Gas versorgt, hieß es: "Wir sehen für unsere Netzgebiete derzeit keine Auswirkungen auf die Energieversorgung." Bestehende Notfälle seien "aus gegebenem Anlass überprüft und bereits dezidierten Funktionstests unterzogen" worden.