Second-Life-Batterien

EnBW und Audi bauen E-Auto-Batterien zu Ökostromspeichern um

Batterien in Elektroautos verlieren zwar nach und nach an Kapazität, sind aber auch nach etlichen Jahren nicht nutzlos. EnBW und Audi arbeiten gemeinsam an Lösungen, mit denen die Akkus später als Ökostromspeicher genutzt werden können.

Diana Schellhas, 24.06.2020, 10:01 Uhr
ÖkostromBatterien aus E-Autos verfügen selbst am Ende des Fahrzeuglebens noch über eine hohe Kapazität, erklärt EnBW.© Tom-Hanisch.de / Fotolia.com

Audi und EnBW wollen gemeinsam an Batteriespeicherlösungen arbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz gebrauchter Elektroauto-Batterien von Audi, teilte der Energieversorger am Dienstag mit. EnBW arbeitet dabei an der Entwicklung stationärer Speicher, die Strom der eigenen Wind- und Photovoltaik-Parks in Phasen eines Energie-Überangebots zwischenlagern und das Netz stützen.

Batterien sollen überschüssigen Ökostrom speichern

Windräder und Photovoltaik-Anlagen müssten dann bei temporär zu hoher Stromproduktion theoretisch nicht mehr vom Netz genommen werden. Gleichzeitig sollen die Speicher zukünftig auch Stadtwerken, Industriebetrieben oder Betreibern von dezentralen Erzeugungsanlagen angeboten werden.

Als Herzstück der Speicher sollen ausgemusterte Batterien aus Elektroautos von Audi dienen. Die "Second Life-Batterien“ verfügen selbst am Ende des Fahrzeuglebens noch über eine hohe Kapazität und eignen sich daher für den Einsatz in stationären Speichern, erklärt das Energieunternehmen.

Testanlage soll in Heilbronn entstehen

Als ersten Schritt errichten die beiden Partner auf dem Betriebsgelände des EnBW-Heizkraftwerks in Heilbronn einen Referenzspeicher, um verschiedene Anwendungsszenarien zu testen. Der Aufbau soll noch in diesem Jahr beginnen. Der Referenzspeicher soll als technisches und prozessuales Vorbild für weitere Anlagen im kommerziellen Betrieb dienend. Aufbauend auf diesem ersten gemeinsamen Projekt, beabsichtigen die Partner eine langfristige Zusammenarbeit im Bereich Second Life-Speicher und die Umsetzung weiterer Folgeprojekte.

Neu ist die Idee der Second-Life-Speicher nicht: Autohersteller BMW etwa nutzt die alten Batterien von Elektroautos im Werk im Leipzig ebenfalls, um den Strom aus den eigenen Solar- und Windstromanlagen zu speichern.