Elektro-Nahverkehrsbus

E-Busse kontaktlos laden: EnBW baut eine Teststrecke

Elektrisch betriebene Busse könnten sich künftig beim Fahren selbst aufladen. Das ist zumindest das Ziel bei einem Pilotprojekt, bei dem Energieversorger EnBW, die Verkehrsbetriebe Karlsruhe und ein israelisches Start-up zusammenarbeiten.

Diana Schellhas, 24.08.2020, 16:16 Uhr
ElektroautoBei der kontaktlosen Ladetechnologie für die E-Busse sind Induktionsspulen in den Straßenbelag eingelassen.© Ben Chams / Fotolia.com

Im Rahmen eines Demonstrationsprojektes testet die EnBW das kontaktlose Laden von elektrisch betriebenen Bussen im Personennahverkehr. In Karlsruhe baut das Unternehmen hierfür eine Teststrecke, auf der ein Elektro-Nahverkehrsbus während der Fahrt über induktive Ladetechnik im Straßenbelag aufgeladen und emissionsfrei betrieben werden kann. Über 80 Personen können so rein elektrisch transportiert werden, erklärt der Energieversorger.

Technik für E-Busse liefert ein israelisches Start-up

Ab Oktober soll die Buslinie das neue EnBW-Ausbildungszentrum im Karlsruher Rheinhafen an den öffentlichen Personennahverkehr anbinden. Den Betrieb der internen Werks-Buslinie, die zu den Hauptverkehrszeiten mehrmals pro Stunde fahren soll, übernehmen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe. Die Technologie für die Teststrecke für die E-Busse liefert das israelische Start-up ElectReon.

Die ersten Erdarbeiten an der Busstrecke beginnen noch im August 2020. Die Installation der Ladetechnik und der Bau der Bushaltestelle soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden, bevor in einem weiteren Schritt ab Anfang 2021 auch ein Teil der an das Gelände angrenzenden Fettweisstraße mit induktiven Ladespulen ausgestattet wird.

E-Busse tanken Strom während der Fahrt

Bei der kontaktlosen Ladetechnologie sind Induktionsspulen in den Straßenbelag eingelassen. Sobald sich das Fahrzeug über ihnen befindet, werden die Empfängerspulen am Unterboden der Elektrofahrzeuge aktiviert und nehmen über ein Magnetfeld die elektrische Energie in die Fahrzeugbatterie auf. So sollen lange Stecken ohne ladebedingte Standzeiten zurückgelegt werden können, was besonders für den Schwerlastverkehr von Vorteil sein könnte.

"Das Besondere am induktiven Laden ist, dass die Technik auf der Straße unsichtbar und gleichzeitig sehr sicher ist. Der Aufbau der Ladestrecke für Elektrobusse soll uns zeigen, welche Rolle induktives Laden künftig bei Angeboten für unsere Kunden spielen kann", sagt EnBW Forschungs- und Entwicklungschef Wolfram Münch.

EnbW ist Vorreiter in Mitteleuropa

Mit dem Projekt sollen Chancen und Alltagstauglichkeit der induktiven Ladetechnologie getestet werden, so der Energieversorger weiter. Die EnBW sei damit Vorreiter in Mitteleuropa. Bisher gäbe es weltweit nur zwei vergleichbare Projekte, die bereits mit der Technologie von ElectReon arbeiten würden: in Schweden und in Israel. Die Technik würde zunächst auf dem EnBW-Gelände des Ausbildungszentrums aufgebaut. Später sollen die Ladespulen auch an der angrenzenden öffentlichen Straße implementiert werden.