Entwicklung der Stromkosten

E-Auto, Wärmepumpe und Co: Stromverbrauch steigt drastisch

Der Stromverbrauch steigt in vielen Haushalten teilweise drastisch an. Das gilt besonders für die Haushalte, die sich ein Elektroauto und eine Wärmepumpe anschaffen. Der VBEW hat den Verbrauch errechnet und auch die Kosten zwischen E-Auto und Benzinern verglichen.

Diana Schellhas, 03.02.2021, 12:14 Uhr
ÖkostromObwohl der Stromverbrauch steigt, kommt die Gesamtentwicklung der Energiewende zugute.© Andrey Popov / AdobeStock

Während in den vergangenen Jahren der Stromverbrauch in den meisten privaten Haushalten aufgrund effizienterer Gerätetechnik tendenziell zurückgegangen ist, kehrt sich dieser Trend derzeit wieder um. Neue Stromverbraucher, wie immer mehr Computer und das Arbeiten von zuhause, Klimageräte, Wärmepumpen und nicht zuletzt Elektroautos erhöhen den Haushaltsstrombedarf signifikant.

Der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. – VBEW. hat die einzelnen Posten am Beispiel eines Musterhaushalte in Bayern näher betrachtet und zusammengerechnet. Demnach kommt eine "voll elektrische" Familie leicht auf einen Jahresstromverbrauch von weit über 10.000 Kilowattstunden (kWh), benötige aber klimaschädlichere Energieträger wie Heizöl und Benzin/Diesel entsprechend weniger.

Warmwasser, Wärmepumpe, E-Auto: Stromkosten bei einem Drei-Personen-Haushalt

Ein sparsamer Drei-Personen-Haushalt in Bayern verbraucht etwa 3.000 kWh Strom im Jahr, so der Verband. Das entspreche einer Stromrechnung von rund 80 Euro pro Monat. Würde die Warmwasserbereitung ebenfalls elektrisch durchgeführt, seien dafür weitere 1.500 kWh an-zusetzen. Komme bei einem Einfamilienhaus noch die Heizung über eine Wärmepumpe hinzu, müssten je nach eingesetzter Technik und zu beheizender Wohnfläche nochmal 6.000 bis 10.000 kWh zusätzlich veranschlagt werden. Entscheide sich die Familie dann für ein Elektroauto, sei mit weiteren 3.000 kWh jährlichem Stromverbrauch pro Fahrzeug zu rechnen (bei 15.000 Kilomatern im Jahr und einem Stromverbrauch von 20 kWh/100 km).

„Diese Entwicklung ist gut für die Umsetzung der Energiewende, denn immer mehr Strom wird in Bayern aus erneuerbaren Energien bereitgestellt – und damit müssen klimaschädliche Energieträger wie Mineralöl und Kohle entsprechend weniger eingesetzt werden", sagt Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. – VBEW.

Kosten beim Fahren mit Benzin, Strom und Erdgas im Vergleich

Immer mehr Stromkunden, die über geeignete Flächen verfügen, produzieren einen Teil ihres Stromes über eine Photovoltaikanlage selbst, erklärt der Verband weiter. Mit einem Elektroauto rechnet sich das. Lädt man sein Elektroauto über eine eigene Photovoltaikanlage auf, seien etwa 3 Euro Stromkosten auf 100 km zu veranschlagen. Entnehme man den Strom vollständig aus dem Stromnetz, sei mit 6 Euro auf 100 km zu kalkulieren. Die Mehrkosten würden durch die staatlichen Lasten auf den Strombezug aus dem Netz verursacht. Dies sei aber immer noch deutlich günstiger als Benzin oder Wasserstoff zu tanken (10 Euro/100 km).

Mit dem Erdgasauto sei man in etwa genauso günstig unterwegs wie mit dem Stromauto. Richtig teuer könne es werden, wenn man das Elektroauto häufig an der Autobahn aufladen müsse. Die dafür zu entrichtenden Stromkosten mit 16 Euro auf 100 km könnten die Treibstoffkosten eines mit Benzin betriebenen Fahrzeuges deutlich überschreiten.