Wissenschaft

E-Auto-Forschung: Akku sparen dank roter Farbe und induktivem Laden

Die Reichweite gilt als eine der großen Hürden bei der Verbreitung von E-Autos. Autobauer Ford und die Hochschule Hannover gehen gerade zwei eher ungewöhnlichen Projekten nach, um das Fahren mit dem E-Auto attraktiver zu machen.

UmweltfreundlichRotes Licht suggeriert Wärme. Das wollen sich die Ingenieure von Ford beim E-Auto zunutze machen.© Markus Mainka / Fotolia.com

Kann rotes Licht helfen, die Reichweite bei einem E-Auto zu vergrößern? Der Frage gehen aktuell Ingenieure von Autobauer Ford nach. Zur selben Zeit forschen Wissenschaftler der Hochschule Hannover an einem induktiven Ladesystem für E-Taxis. Beide Projekte könnten letztendlich dazu beitragen, Elektromobilität zu fördern.

Induktives Laden bei E-Taxis

Elektroautos sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer. Die mitgeführte Akkukapazität entscheidet dabei zum Großteil über die anfallenden Mehrkosten. Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes "LaneCharge" an der Hochschule Hannover stehen deshalb geringere Akkukapazitäten in Kombination mit einem System zum induktiven Laden. Im speziellen soll die Technik bei Taxis seine Anwendung finden. Das Ziel des Forschungsprojekte ist ein barrierefreies Ladesystem an einem Taxistand, ohne Ladekabel und ohne den gewohnten Arbeitsablauf der Taxifahrer zu verhindern. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Zwischenladungen, die sich die Taxen während des Wartens auf neue Kunden abholen können.

Mit der Technik sollen die Kosten für die Batterien und damit für die Anschaffung der Pkw sinken, was das induktiv ladbare E-Taxi unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten attraktiv werden lässt.. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird am Hauptbahnhof Hannover eine Teststrecke aufgebaut.

Mit rotem und blauem Licht Energie sparen

Forschungen von Ford-Ingenieuren des Technical Centers in Köln-Merkenich beziehen sich eher auf E-Autos für den privaten Gebrauch. Beim Projekt "Ford Transit Smart Energy Concept"-Minibus wird untersucht, in wie fern eine rote und eine blaue Beleuchtung im Innenraum des Busses zu Energieeinsparungen und damit zu einer vergrößerten Reichweite beitragen können. Bei dem Mini-Bus mit zehn Sitzplätzen, die sich individuell beheizen und kühlen lassen, passt sich der Farbton der Innenraum-Beleuchtung der aktuellen Kabinen-Temperatur an. So wählt die Elektronik blaues Licht, sobald die Klimaanlage kühlt, und rotes Licht bei laufender Heizung.

Diese variable Beleuchtung soll das Temperatur-Empfinden der Passagiere im Unterbewusstsein beeinflussen: rotes Licht suggeriert wohlige Wärme, blaues Licht suggeriert angenehme Kälte. Es lässt sich nachweisen, dass die Passagiere aufgrund dieser Lichteffekte die Klimatisierung/Beheizung weniger nutzen und der Einfluss des Lichts somit einen Beitrag zur Reichweiten-Verbesserung leisten kann, erklären die Ingenieure von Ford. In einem Test habe die farblich angepasste Ambiente-Beleuchtung zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs um 3,3 Prozent bei der Kühlung und um 2,5 Prozent beim Betrieb der Heizung geführt.

Diana Schellhas