BHKW-Markt

Die Telekom will in den Markt für Mini-Kraftwerke

Die Deutsche Telekom setzt erneut einen Fuß in den Strommarkt. Der Konzern bietet zum Beispiel Stadtwerken an, kleine Heizkraftwerke in Kellern privater Wohnhäuser zu installieren. Die Telekom will dabei unter anderem für den Anschluss ans Internet sorgen. Eine Kooperation für solche kleinen Kraftwerke waren auch VW und Lichtblick eingegangen.

13.04.2012, 10:37 Uhr
Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Möglichen Partnern biete die Telekom ihr Vertriebsnetz an, Mitarbeiter vor Ort und die Technik für den Anschluss der kleinen Kraftwerke an das Internet. Damit seien Energieversorger schnell in der Lage, kleine BHKW zu vermarkten und dann als virtuelles Kraftwerk zu steuern. So könnten Versorger künftig Schwankungen im Stromnetz auf Knopfdruck ausgleichen, sagte eine Sprecherin der Telekom.

So arbeiten die virtuellen Kraftwerke

Ein Mikro-BHKW besteht aus einem Motor, der sowohl Warmwasser als auch Strom liefert. Verbrauchen Kunden ihren Strom vor Ort, entlasten sie damit die Stromnetze und vermeiden Leitungsverluste. Energieversorger greifen zusätzlich via DSL-Leitung oder über eine gesicherte Mobilfunkleitung auf die kleinen Kraftwerke zu. So werden diese zu einer stillen Reserve für Zeiten, in denen erneuerbare Energien zu wenig Strom liefern. Viele kleine dezentrale Anlagen bilden dann ein großes, virtuelles Kraftwerk.

Die kleinen Kraftpakete werden wieder gefördert

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nimmt derzeit wieder Förderanträge für Mini-BHKWs entgegen. Das BAFA bezuschusst etwa Anlagen mit 19 Kilowatt elektrischer Leistung mit einmalig 3.450 Euro. Mit der Telekom investiert übrigens bereits der zweite branchenfremde Großkonzern in Stromgeschäfte. Seit 2010 baut der Autohersteller Volkswagen gemeinsam mit dem Hamburger Anbieter Lichtblick ein Netz dezentraler Kellerkraftwerke auf der Basis von Golf-Motoren auf.