Neuer Anlauf

Bulgarien will neues AKW an der Donau bauen

Bulgarien will das Projekt für das Atomkraftwerk Belene an der Donau doch noch umsetzen. Ein erster Anlauf war aus Kostengründen gescheitert. Umweltschützer warnen, dass der Standort erdbebengefährdet ist.

Bulgarien© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Sofia - Bulgarien will ein bei Umweltschützern umstrittenes Atomkraftwerk bei Belene an der Donau doch noch bauen lassen. Eine Woche nach einem Besuch von Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew veröffentlichte das Energieministerium in Sofia am Montag eine Einladung an Investoren. Die damalige Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissiw hatte 2012 aus Kostengründen das früher gemeinsam mit Russland geplante Atomkraftwerk Belene beim russischen Atomstroiexport abgesagt.

Bulgarien legt Atomprojekt neu auf

Sofia legt nun das Projekt als ein bulgarisches Vorhaben ohne staatliche Bürgschaften neu auf. Der russische Ministerpräsident Medwedew bekundete Russlands Bereitschaft, daran teilzunehmen. Die russische Atombehörde Rosatom habe große Erfahrung bei ähnlichen Projekten, versicherte Medwedew Anfang März in Sofia.

Zu den Interessenten gehören neben Rossatom auch das deutsch-französische Konsortium Framatom sowie General Electric aus den USA, das chinesische Unternehmen CNC und die Korea Hydro & Nuclear Power. Sie sollen binnen 90 Tagen entscheiden, ob sie an der Ausschreibung teilnehmen wollen. Belene wäre das zweite Atomkraftwerk in Bulgarien nach Kosloduj, das nach sowjetischer Bauart zu kommunistischer Zeit ebenso an der Donau gebaut wurde. Umweltschützer warnen, dass der Standort Belene in einem Gebiet mit Erdbebengefahr liegt.

Melanie Zecher / Quelle: DPA