Eigenverbrauch

Bulgarien beendet Stromexport wegen Minusgraden

Bei minus 26 Grad ist der Verbrauch an Strom in Bulgarien drastisch angestiegen. Deshalb soll der Stromexport gestoppt werden. Der Transit soll aber weiterlaufen. Bulgarien hatte zuvor erfolglos versucht, Strom von Rumänien zu kaufen.

12.01.2017, 15:40 Uhr (Quelle: DPA)
Strommasten im Winter© salman2 / Fotolia.com

Sofia - Bulgarien stellt seinen Export von Strom wegen des drastisch gestiegenen Eigenverbrauchs ein. Der Stopp für die Nachbarstaaten auf dem Balkan werde in der Nacht zu Freitag in Kraft treten, hieß es in einer Anordnung von Energieministerin Temenuschka Petkowa am Mittwoch. Darin ist vorgesehen, dass Exporteure von bulgarischem Strom keinen Zugang zum Transitnetz bekommen, bis sich die Lage entspannt. Der Transit von Strom durch Bulgarien selbst soll allerdings weiter gehen.

Immenser Stromverbrauch bei minus 26 Grad

Bei eisiger Kälte erreichte Bulgariens Stromverbrauch Anfang der Woche einen Rekordwert für die vergangenen 20 Jahre. Die Temperaturen fielen bis minus 26 Grad. Bulgariens Versuch, Strom von Rumänien zu kaufen, war gescheitert. Das Nachbarland hatte nach Angaben des Energieministeriums in Sofia wegen des ebenso gestiegenen Eigenbedarfs abgesagt.

Sozialisten wollen weiteres AKW bauen lassen

Das Parlament in Sofia lehnte am Mittwoch einen Vorstoß der Sozialisten ab, das gestoppte Projekt mit Russland zum Bau eines neuen Atomkraftwerkes bei Belene an der Donau wiederzubeleben.

Bulgariens einziges Atomkraftwerk aus kommunistischer Zeit bei Kosloduj an der Donau hat nur noch zwei 1.000-Megawatt-Reaktoren. Vier 400-Megawatt-Meiler waren als Voraussetzung für den EU-Beitritt 2007 stillgelegt worden.