Forderung

Branche: Steuern und Abgaben beim Strompreis senken

Beim Strompreis machen Steuern und Abgaben mittlerweile den Löwenanteil aus. Allein in der ersten Jahreshälfte ist der Strom für Privatkunden um bis zu drei Prozent teurer geworden. Das treibt nicht nur Verbraucherschützer auf die Barrikaden.

Stromkosten© Pixelot / Fotolia.com

München/ Heidelberg - Angesichts weiter steigender Haushaltsstrompreise haben Verbraucherschützer und der Energie-Branchenverband BDEW ihre Forderungen nach Steuersenkungen verstärkt. "Die staatliche Belastung des Strompreises ist auf Rekordhoch. Steuern und Abgaben auf Strom müssen deshalb gesenkt werden, das gilt vor allem für die Stromsteuer", sagte der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Kritik an der Stromsteuer und den Firmenbegünstigungen

Neben einer Abschaffung der Stromsteuer von sieben Prozent auf den Strompreis sollten künftig auch Steuerbefreiungen für energieintensive Industrieunternehmen aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden, fordert Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Sie dürften nicht weiter auf die Verbraucher abgewälzt werden.

1. Halbjahr 2017: Strompreis stieg um bis zu drei Prozent

Der Strompreis für Haushaltskunden hat sich nach Angaben der Tarifexperten von Verivox von Januar bis Juni um durchschnittlich 2,5 bis 3 Prozent erhöht. Umgerechnet auf 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch einer Durchschnittsfamilie stieg der Preis laut Verivox auf knapp 83 Euro im Monat. Weitere Preiserhöhungen seien zum neuen Jahr wegen steigender Netzentgelte möglich, sagt das Verbraucherportal voraus.

Strom ist doppelt so teuer wie im Jahr 2000

Seit dem Jahr 2000 hat sich der Strompreis für den Endverbraucher in etwa verdoppelt. Kritiker sehen den Hauptgrund in der stark gewachsenen Abgabenlast zur Förderung der Energiewende und in den steigenden Netzentgelten für den Ausbau und Erhalt des Stromnetzes.

Derzeit entfallen mehr als 55 Prozent des Strompreises auf Steuern und Abgaben. Das entspricht für das Gesamtjahr 2017 voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Netzentgelte. Etwa ein Fünftel des Strompreises entfallen auf die Beschaffung und den Stromverkauf.

Strompreise vergleichen

Quelle: DPA