Feuer

Brände in Tschernobyl-Sperrzone dauern an

Nahe der Atomruine Tschernobyl in der Ukraine sind am vergangenen Wochenende Brände ausgebrochen. Der Katastrophenschutz berichtet von etwa 35 Hektar Wald, die von dem Feuer betroffen sind. Nach Einschätzung der Bundesregierung geht für Deutschland keine Strahlungsgefahr aus.

Diana Schellhas, 08.04.2020, 16:00 Uhr (Quelle: DPA)
Radioaktiv© grandeduc / Fotolia.com

In der Ukraine sind die Brände in radioaktiv verstrahlten Wäldern um das havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl weiter nicht unter Kontrolle. Neue Brandherde auf den umliegenden Grasflächen seien hinzugekommen, teilte der Katastrophenschutz am Mittwoch in Kiew mit. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde demnach verdoppelt, drei Flugzeuge und drei Hubschrauber waren für Löscharbeiten stundenlang in der Luft. Die Strahlungswerte für die angrenzenden besiedelten Gebiete seien innerhalb der Norm, versicherte die Behörde.

Polizei geht von Brandstiftung aus

Die Feuer sind am vergangenen Samstag (4.4.) ausgebrochen. Bis zu 35 Hektar - eine Fläche von knapp 50 Fußballfeldern - waren von dem Brand betroffen. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus und ermittelt gegen einen 27-Jährigen. Er soll für mindestens einen Brandherd verantwortlich sein.

Supergau im Atomkraftwerk Tschernobyl 1986

In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten, immer wieder wurde Brandstiftung als Ursache vermutet. Nach der Explosion des Blocks vier im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl 1986 wurden radioaktiv belastete Landstriche um die Atomruine gesperrt. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Seit mehreren Jahren ist das Gebiet für geführte Touristen zugänglich.

Bundesumweltministerium: Keine Gefahr für Deutschland

Von den Bränden in radioaktiv verstrahlten Wäldern um das havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl geht nach Einschätzung der Bundesregierung keine Strahlungsgefahr für Deutschland aus. Zu radiologischen Konsequenzen für Deutschland als Folge von Bränden des radioaktiv belasteten Laubs sei es bisher nicht gekommen "und dies wird auch in diesem Fall nicht erwartet", sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Bei Waldbränden 2015 und 2017 sei es nach Kenntnis des Ministeriums auch in Weißrussland, der Ukraine und benachbarten Gebieten in Russland zu keiner Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch freigesetzte radioaktive Stoffe gekommen.