Tihange und Doel

Belgische AKW: 2017 kamen 56 Brennelemente aus Deutschland

Das Bundesumweltministerium will, dass die belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel vorübergehend vom Netz gehen. Gleichzeitig werden aber noch immer Brennelemente aus Deutschland zu den beiden Anlagen geliefert. 2017 waren es bereits 56 Stück

AtomkraftgegnerDie beiden Atomkraftwerke Tihange und Doel stehen in der Kritik, weil Risse in Reaktordruckbehältern gefunden wurden.© Adlerauge1 / Fotolia.com

Düsseldorf - Aus Deutschland werden weiterhin Brennelemente an die störanfälligen Atomkraftwerke Tihange und Doel in Belgien geliefert. In diesem Jahr seien bereits 56 Brennelemente dorthin transportiert worden, heißt es in einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag. Das berichtete die "Rheinischen Post" (Samstag) unter Berufung auf die ihr vorliegende Antwort.

Umweltministerin will Schließung der Uranfabriken prüfen

Beide Atommeiler waren im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, weil Risse in Reaktordruckbehältern gefunden wurden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) forderte die belgische Regierung daraufhin auf, die Reaktoren als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend vom Netz zu nehmen. Dies geschah aber nicht. Ende März teilte Hendricks mit, sie lasse eine Schließung der Uranfabriken in Deutschland prüfen. Eine rechtssichere Stilllegung der Anlagen sei "der einzige Weg, den Export von Brennelementen zu verhindern".

Wie viele Brennelemente wurden 2016 nach Belgien geliefert?

Nach früheren Angaben des Bundesumweltministeriums wurde im Jahr 2016 die Lieferung von insgesamt 68 Brennelementen in den Meiler Tihange und 152 Brennelementen für die drei Reaktoren in Doel genehmigt. In diesem Jahr wurden bis Ende März Genehmigungen für 108 Brennelemente für die Reaktorblöcke 1 bis 3 in Doel erteilt.

Quelle: DPA