Klima

BDEW: CO2-Ausstoß ist bei der Stromerzeugung stark gesunken

Die Stromerzeugung ist dem BDEW zufolge im ersten Halbjahr 2019 klimafreundlicher geworden. Der CO2-Ausstoß ist demnach im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken.

Erneuerbare Energien© luigi giordano / Fotolia.com

Berlin - Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase ist bei der Stromerzeugung im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Von Januar bis Ende Juni wurde rund 15 Prozent weniger CO2 emittiert als im Vorjahreszeitraum, wie der Energieverband BDEW mitteilte. Demnach sanken nach ersten Berechnungen die CO2-Emissionen von 136 Millionen Tonnen auf voraussichtlich 116 Millionen Tonnen.

Ursachen für CO2-Rückgang

Der Verband führte diese Entwicklung auf verschiedene Faktoren zurück: Auf die milde Witterung, den gestiegenen CO2-Preis im Emissionshandel sowie einen Rekord bei den erneuerbaren Energien. Der Ökostrom-Anteil in Deutschland war im ersten Halbjahr 2019 auf ein Rekordhoch geklettert. Vor allem das windige Wetter führte dazu, dass die erneuerbaren Energien 44 Prozent des Stromverbrauchs deckten. Im Vorjahreszeitraum waren es 39 Prozent.

BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sagte, der Rückgang der CO2-Emissionen zeige erneut, dass die Energiewirtschaft massive Anstrengungen unternehme und Klimaziele erreiche. "Jetzt müssen auch der Verkehrs- und der Wärmesektor ihr Pflichtenheft für den Klimaschutz endlich erfüllen. Daher brauchen wir in diesen Sektoren eine wirksame CO2-Bepreisung."

Umstrittene CO2-Steuer – Regierung will bald entscheiden

Die Bundesregierung will im September über Maßnahmen für mehr Klimaschutz entscheiden, um mittelfristige Klimaziele zu erreichen. Umstritten ist vor allem eine mögliche CO2-Bepreisung. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will eine CO2-Steuer. Dies würde fossile Brennstoffe - also Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas - teurer machen. Schulze will zugleich einen sozialen Ausgleich. Weite Teile der Union sind gegen eine CO2-Steuer.

Ende der kommenden Woche legen die "Wirtschaftsweisen" ein Gutachten zur CO2-Bepreisung im Auftrag der Regierung vor. Diese will sich damit bei der nächsten Sitzung des Klimakabinetts befassen, die voraussichtlich am 18. Juli stattfindet.

Diana Schellhas / Quelle: DPA