Neue Übertragungstechnik

Atommülllager Asse: Tests mit ferngesteuerten Fahrzeugen ab März 2021

Im Atommülllager Asse liegen hunderttausende Fässer gefüllt mit radioaktivem Abfall. Nach letztem Stand soll die Rückholung 2033 beginnen. Im Frühjahr 2021 sollen in dem maroden ehemaligen Bergwerk ferngesteuerte Fahrzeugen mit neuem Übertragungsstandard getestet werden.

Diana Schellhas, 21.12.2020, 10:08 Uhr
AtomstromIm Atommülllager Asse wird geprüft, ob der neue WLAN-Standard WiFi 6 in Bergwerken funktioniert.© dasglasauge / Fotolia.com

Im Atommülllager Asse in Niedersachsen sollen ferngesteuerte Fahrzeuge mit neuer Übertragungstechnik getestet werden. Ziel sei es, die Sicherheit für die Bergleute unter Tage zu erhöhen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und des Entwicklungsdienstleisters IAV vom Montag. Untersucht werden soll, ob sich Fahrzeuge mit dem WLAN-Standard WiFi 6 in Bergwerken der BGE nutzen lassen.

Ferngesteuerte Fahrzeuge werden müssen tief unter der Erde funktionieren

Der Reiz des Projekts ergebe sich aus dem ungewohnten Terrain und einem möglichen Beitrag zum sicheren Betrieb von Untertageanwendungen, sagte Mirko Taubenreuther vom Berliner Unternehmen IAV. "Nach ersten Versuchen an der Oberfläche werden wir das System auf rund 700 Meter unter Tage bringen und dort in unterschiedlichen Umgebungen testen", erklärte er. Das Unternehmen stattet dafür ein Versuchsfahrzeug und einen Arbeitsplatz mit entsprechender Technik aus.

Der Beginn ist laut der zuständigen Bundesgesellschaft bisher für März geplant. "Wir tasten uns an die Technologie autonomer Betriebsabläufe heran", sagte der technische Geschäftsführer der BGE, Thomas Lautsch. Grundlage dafür sei eine funktionierende hochleistungsfähige Datenübertragungsinfrastruktur.

Asse soll stillgelegt werden – Start der Rückholung 2033

Bei den Versuchen werde unter anderem die Ausbreitung der Funkwellen in unterschiedlichen Gesteinsumgebungen wie Salz, Tongestein oder Erz erkundet. In dem maroden ehemaligen Bergwerk bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Die BGE ist für den gesetzlichen Auftrag zuständig, die Asse unverzüglich stillzulegen. Zuletzt hieß es, dass eine Rückholung 2033 starten könnte.