Beteiligung möglich

Atommüll-Entsorgung in Tschechien: Bürger können mitwirken

Wo der Atommüll in Tschechien gelagert werden soll, dazu können sowohl tschechische als auch deutsche Bürger Stellung beziehen. Der tschechischen Umweltbehörde zufolge sind bei dem neuen Konzept keine Standorte enthalten, die in Grenznähe liegen.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Berlin - Im Rahmen einer grenzüberschreitenden Strategischen Umweltprüfung beteiligt Tschechien die Öffentlichkeit an der Erstellung seines Konzepts zur Entsorgung von Atommüll. Bis zum 18. August 2017 können Bürgerinnen und Bürger auch aus Deutschland bei der zuständigen tschechischen Behörde Stellungnahmen bzw. Eingaben einreichen.

Bestehendes Konzept wurde angepasst

Die Tschechische Republik hat ihr im Jahr 2002 vorgelegtes Konzept zur Entsorgung bestrahlter Brennelemente und radioaktiver Abfälle angepasst. Das neue Entsorgungskonzept berücksichtigt die zusätzlichen Abfälle aus dem Bau neuer Reaktorblöcke und der geplanten Laufzeitverlängerung bestehender Atomkraftwerke. Es wurde an aktuelle rechtliche und politische Festlegungen auf nationaler und internationaler Ebene angepasst.

Konkret sieht das Entsorgungskonzept für die Endlagerung hochradioaktiver Ab-fälle die Inbetriebnahme eines tiefengeologischen Endlagers bis 2065 vor. Zudem enthält es Ausführungen zur Entsorgung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle, zur Zwischenlagerung, zu finanziellen Aspekten der Entsorgung, zu Forschung und zur Öffentlichkeitsbeteiligung.

Keine Atommüll-Lager in Grenznähe

Das tschechische Umweltministerium hat die Bundesregierung darauf hingewiesen, dass die Umsetzung des Entsorgungskonzeptes entsprechend den Ergebnissen des Umweltberichts außerhalb der Staatsgrenze der Tschechischen Republik keine direkten Umweltauswirkungen nach sich ziehe. Keiner der Standorte, die für eine unterirdische Endlagerung in der Tschechischen Republik potentiell in Frage kommen, befinde sich nahe der tschechischen Staatsgrenze.

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