Technische Probleme

Atomkraftwerk in Belarus nach einer Woche abgeschaltet

Das Atomkraftwerk in Belarus gilt als höchst umstritten. Vor allem aus dem Nachbarland Litauen gibt es heftige Kritik. Wegen technischer Probleme wurde das Kraftwerk bereits nach der ersten Woche heruntergefahren.

Diana Schellhas, 11.11.2020, 15:17 Uhr (Quelle: DPA)
AtomkraftDas erste AKW in Belarus ist erst vor einer Woche ans Netz gegangen.© bluedesign / Fotolia.com

Wenige Tage nach dem Betriebsstart des umstrittenen Atomkraftwerks in Belarus ist die Stromproduktion wegen technischer Probleme vorübergehend eingestellt worden. Das sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums in der Hauptstadt Minsk am Dienstag der russischen Staatsagentur Ria Nowosti. Dies habe aber keine Auswirkungen auf die Sicherheit der von Russland gebauten und finanzierten Anlage an der Grenze zum EU-Land Litauen. Dem Energieministerium zufolge war bei Tests festgestellt worden, dass einzelne elektronische Messgeräte und Trafos ausgetauscht werden müssten. Alle anderen Systeme funktionieren demnach ohne Probleme.

2022 soll ein weiterer Reaktor in Ostrowez ans Netz

Das erste AKW in Belarus war vor einer Woche ans Netz gegangen. Zunächst wurde ein Reaktor mit 400 Megawatt in Betrieb genommen. Ein zweiter soll 2022 folgen. Dann soll das Atomkraftwerk in Ostrowez mit beiden Reaktoren eine Kapazität von 2.400 Megawatt haben. Noch am Samstag bei der offiziellen Eröffnung hatte Machthaber Alexander Lukaschenko sein Land als neue Atommacht bezeichnet.

Litauen bezeichnet das Atomkraftwerk als "nukleare und ökologische Bedrohung"

Das neue Kernkraftwerk liegt etwa 50 Kilometer von der litauischen Hauptstadt Vilnius entfernt. Litauen bezeichnete die Anlage zuletzt als "nukleare und ökologische Bedrohung" für ganz Europa. Die Behörden in Vilnius haben nach eigenen Angaben keine höheren Strahlungswerte nach dem Produktionsstopp festgestellt.

Der Chef des russischen Atomenergiekonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, sagte am Dienstag: "Jetzt diskutieren wir mit der Führung der Republik über den möglichen Bau eines weiteren Kraftwerks und eines Forschungsreaktors."