Strombörse

Analysten: Großhandelspreise für Strom steigen

Die Großhandelspreise für Strom dürften die längste Zeit dämpfend auf den Preis für Privatkunden gewirkt haben. Analysten gehen davon aus, dass ab 2017 auch die Beschaffungspreise steigen. Strom dürfte also noch einmal teurer werden.

Strombörse EEX© Christoph Busse / EEX

Berlin – Der Strompreis für Haushalte in Deutschland steigt. Die Entwicklung wurde bisher jedoch durch gesunkene Beschaffungspreise abgedämpft. Doch der Kurs scheint sich zu drehen. Die Folge ist, dass Strom in Zukunft noch teurer wird, so das Portal TopTarif.

Großhandelspreise vor der Trendwende

Seit Beginn des Jahres 2017 haben rund die Hälfte der regionalen Grundversorger in Deutschland die Strompreise um knapp vier Prozent angehoben. Die Gründe dafür sind gestiegene staatliche Abgaben wie die EEG-Umlage und höhere Netzentgelte.

Dämpfend wirken bisher die niedrigeren Beschaffungspreise an der Strombörse. Sie lagen im Jahr 2016 rund elf Prozent niedriger als im Vorjahr. Doch in diesem Jahr werden die Preise wohl wieder anziehen. Die durchschnittlichen Strombörsenpreise lagen im Februar 2017 bereits fünf Prozent über denen vom Februar 2016.

"Börsenanalysten gehen davon aus, dass die Großhandelspreise für Strom ab dem Jahr 2017 auf Jahre hinaus deutlich anziehen", sagt Dr. Arnd Schröder, Geschäftsführer von TopTarif. "Tritt dieser Fall ein, fällt auch der letzte Preisdämpfer weg und die deutschen Haushalte werden sich auf lange Sicht immer wieder mit Preiserhöhungen beschäftigen müssen. Nach unseren aktuellen Prognosen werden die Großhandelspreise 2017 etwa drei Prozent über den Preisen des Vorjahres liegen."

Regelmäßig vergleichen und Kündigungsrecht nutzen

Erhöht der aktuelle Stromanbieter die Preise, muss er das im Voraus schriftlich ankündigen. In diesem Fall können Kunden von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den Tarif oder Anbieter wechseln. Ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlt aktuell 1.224 Euro im teuren Grundversorgungstarif. Beim günstigsten Anbieter werden pro Jahr nur 829 Euro fällig. Das entspricht einer jährlichen Entlastung von 395 Euro.

Methodik

Die Prognose zur Entwicklung der Strom-Beschaffungspreise 2017 wurde anhand der Jahres-, Quartals- und Monatsfutures der Energiebörsenpreise (EEX) mengengewichtet für die nächsten Liefermonate errechnet.